FAQ - Wissenswertes rund um Pollen in Tirol

 

Warum haben wir überhaupt Heuschnupfen? Wann ist die Belastung besonders hoch? Und wo genau sammelt der Pollenwarndienst Tirol seine Proben?

Auf diese und mehr Fragen haben wir hier Antworten zusammengefasst: 

 

Was genau versteht man unter Pollenallergie?

Hatschi! Gesundheit! Wenn in den wärmeren Monaten des Jahres Augen und Gaumen jucken und die Nase läuft, kann der „Heuschnupfen“ dahinterstecken. Eine Pollenallergie ist eine Reaktion des Immunsystems auf Pollen in der Luft. Pollen sind Blütenstaub von Gräsern, Getreide, Bäumen oder Kräutern. Um sich fortzupflanzen, setzen diese Pflanzen auf den Wind, der die Pollen verbreitet. Treffen diese dann auf die Schleimhäute von Nase oder Augen, reagiert die körpereigene Abwehr von Allergiker:innen mit einer lokalen Entzündungsreaktion, auch wenn die Pollen selbst eigentlich nicht schädlich sind. Eine Pollenallergie kann je nach Ausprägung den Alltag beeinträchtigen und Langzeitfolgen wie beispielsweise Asthma verursachen. Für weitere Informationen und Behandlungsmöglichkeiten empfehlen wir Ihnen, eine Allergieambulanz oder einen Fachärzt:in aufzusuchen.

Welche Pollen fliegen in Tirol?

In unseren sieben Pollenfallen landen jährlich 40 bis 49 verschiedene Pollenarten. Folgende Typen sind für Allergiker:innen besonders relavant und werden von uns im Pollenflugbericht und in unserem Jahresbericht besonders berücksichtigt: 

  • Erlenpollen (Alnus): mäßige bis hohe Allergenität und häufige Kreuzreaktionen mit Pollen von Hasel und Birke.
  • Haselpollen (Corylus): mäßige Allergenität und häufige Kreuzreaktionen auf Haselnuss (Nahrungsmittelallergie) und Pollen von Birke, Erle und Hainbuche.
  • Hainbuchenpollen (Carpinus): geringe Allergenität und mögliche Kreuzreaktionen mit Pollen von Birke, Erle und Hasel, insbesondere in Gärten und Parks.
  • Hopfenbuchenpollen (Ostrya): Kreuzreaktion bei Birkenpollen-Allergiker:innen, insbesondere in Gärten und Parks.
  • Eschenpollen (Fraxinus): Kreuzreaktion mit Pollen von Pflanzen, die mit Ölbäumen verwandt sind.
  • Birkenpollen (Betula): hohe Allergenität.
  • Gräserpollen (Poaceae): hohe Allergenität.
  • Wegerichpollen (Plantago): mäßige Allergenität, die bei Gräserpollen-Allergiker:innen auftreten kann.
  • Beifußpollen (Artemisia): hohe Allergenität.
  • Ambrosiapollen (Ambrosia): invasive Pflanze mit hoher Allergenität, noch keine hohe Relevanz in Tirol.

Wann beginnt in Tirol die Allergiesaison?  

Im Jahr 2021 konnten wir Anfang Februar erste Erlen- und Haselpollen messen. Esche und Birke beginnen meist Anfang März zu blühen, Ende März gesellen sich Hainbuchen- und Hopfenbuchenpollen dazu. Mit einer Belastung durch Gräserpollen ist in der Regel ab Mitte April zu rechnen. Beifuss und Ambrosia sorgen meist im August und September für Beschwerden.

Stimmt es, dass die Pollensaison immer früher beginnt?

Ja. Das zeigt beispielsweise unsere Auswertung einer langen Datenreihe im Zeitraum 1980 bis 2001. Diese hat gezeigt, dass sich der Schwerpunkt der Blüte deutlich um mehrere Tage vorverlegt. Wir rechnen mit einer Fortsetzung dieses Trends, die fortschreitende Klimaerwärmung wird auch einen Einfluss auf Vegetationsperioden der Pflanzen in Tirol haben. 

Welches Risiko bringt die Ambrosia in Tirol?

Die Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia, Beifußblättrige Ambrosie) zählt zu den Neophyten, ist also eine eingewanderte oder eingeschleppte Pflanzenart. Ihr Blütenstaub stellt eine starke Belastung für Allergiker*innen dar. Analysen haben gezeigt, dass die Ambrosie seit circa 50 bis 100 Jahren im Alpenraum wächst. Das Allergierisiko der Ambrosia gilt als besonders hoch und leider wird dieses in Verbindung mit Luftverschmutzung noch höher. Das heißt: Stickstoffoxide aus Autoabgasen verstärkt den aggressiven Charakter der Ambrosiapollen. Zwischen Rietz und Haiming wächst die Ambrosia bereits großflächig und wir gehen davon aus, dass sich ihr Verbreitungsgebiet in den nächsten Jahren weiter vergrößern wird. Die Hauptblütezeit der Ambrosia liegt im August, was bedeutet, dass sich die Allergiesaison für Betroffene in den Spätsommer hinein verlängert.

 

 

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