Auswirkungen und Gefahren

Neophyten sind weltweit ein wesentlicher Gefährdungsfaktor für die biologische Vielfalt. Treten nichteinheimische Pflanzen in großer Zahl auf, sind sie in der Lage, einheimische Pflanzen zu verdrängen. Dieser Effekt ist umso stärker, je intensiver der menschliche Einfluss (Störung des Lebensraumes) ist.

Nur eine geringe Zahl von Neophyten besitzt das Potenzial, in natürliche oder naturnahe Ökosysteme einzudringen. Dabei spielen die arteigenen Eigenschaften, wie hohe Samenproduktion, effektive vegetative Vermehrung oder schnelle Anpassungsmöglichkeit an neue Umweltbedingungen eine große Rolle. Die Summe aller Faktoren bedingt, dass in Siedlungsnähe und entlang des Verkehrsnetzes, sowie auf landwirtschaftlichen Flächen häufiger Neophyten anzutreffen sind, wie in siedlungsferneren Bereichen.


Ein sehr hoher Anteil der Arten ist allerdings nicht so erfolgreich und bleibt auf ein kleines Areal beschränkt, oder verschwindet nach einiger Zeit wieder. Eine Änderung des Klimas beispielsweise könnte jedoch bewirken, dass Arten, deren Vermehrung bislang durch tiefe Temperaturen verhindert wurde, gefördert werden.
Aufgrund des unterschiedlichen Verhaltens der einzelnen Pflanzen können keine pauschalierten Aussagen getroffen werden: Chancen und Risiken müssen für jede Art einzeln bewertet werden.

Invasive Neobiota (Tiere, Pflanzen, Bakterien) können folgende Probleme verursachen:

  • Verlust der standorttypischen Tier- und Pflanzenwelt durch Vereinheitlichung der Fauna und Flora
  • Verdrängung heimischer Arten durch Konkurrenz um Ressourcen
  • Veränderung der Lebensräume (Nährstoffkreisläufe, Standortbedingungen..)
  • Einkreuzungen mit heimischen Arten und damit Veränderung  des Genpools
  • Negative Auswirkungen auf Wohlbefinden und Gesundheit (Allergien, Krankheiten)
  • Ökonomische Schäden (Gesundheitswesen, Infrastruktur, Land- und Forstwirtschaft)