Alpinum

Die Kultur von Gebirgspflanzen hat in Innsbruck eine lange Tradition. Schon 1864 veröffentlichte Professor Anton Kerner ein Buch mit dem Titel 'Die Cultur der Alpenpflanzen', in dem er für etwa 550 von ihm selbst angezogenen Arten Bodenbedürfnisse und andere Kulturanleitungen angibt. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Steingarten, in dem ein buntes Gemisch von meist niederwüchsigen Arten und Sorten angesiedelt sind, werden in einem Alpinum in erster Linie Gebirgspflanzen - nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten geordnet - gezeigt. Unser Alpinum ist geographisch und geologisch gegliedert, zusammen mit einem Rhododendrenbeet, einem Farnquartier und vier, durch Bachläufe miteinander verbundenen Teichen umfasst es eine Fläche von mehr als 2000m². Zurzeit sind weit über 1000 Pflanzen aus allen großen, nicht tropischen, Gebirgen der Erde hier angesiedelt.
Beginnend von Westen gliedert sich die Anlage in folgende Bereiche:
Nordamerikanische Gebirge, Südwestalpen und Pyrenäen, Nördliche Kalkalpen,
Südliche Kalkalpen, Zentralalpen, Gebirge des Balkan, Klein Asiens und Kaukasus und Asien.
Als Gebirgspflanzen werden jene Spezialisten und Überlebenskünstler genannt, die weltweit in den Bergen die baumfreien Regionen oberhalb der Waldgrenze besiedeln — die alpine Stufe.
In den Gebirgen herrschen viel härtere Lebensbedingungen als im Tal: lange strenge Winter, kurze kühle Sommer, Wind und mögliche Wetterstürze mit Frost auch im Sommer begrenzen das Pflanzenleben. Zudem sind die Ernährungsbedingungen viel schlechter als in warmen Tieflagen, weil der Abbau der toten Pflanzenteile durch Microorganismen sehr viel langsamer verläuft. Dafür helfen Wurzelpilze (Mykorrhiza) bei der Nahrungsbeschaffung. Um das knappe Nährstoffangebot besser auszunutzen, entwickeln Hochgebirgspflanzen ein wesentlich größeres Feinwurzelsystem.
Die Zahl der Arten, die hier überleben können, ist daher nicht sehr hoch. In den Alpen sind es etwa 200 bis 400 Überlebenskünstler (von insgesamt 3000), im Himalaya ca.2000, weltweit immerhin 8 - 10.000. Auf den ersten Blick möchte man meinen dass eben diese Hochgebirgspflanzen, die oft an unwirtlichen Stellen in der Natur tiefste Fröste, Eis und Schneeverwehungen im Winter und zum Teil sehr hohen Temeraturen im Sommer ausgesetzt sind, sich in unserem Tieflandklima ohne jeden Schutz leicht anpassen könnten.
Leider nicht, denn im Gebirge sind sie durch eine konstante Eis-oder Schneedecke den ganzen Winter geschützt/isoliert. Im Sommer sind die Niederschläge oft geringer, vor allem aber kommt es in den Gebirgen auch an heißen Tagen zu einer deutlichen nächtlichen Abkühlung, eine Art Erholungspause, die im Tiefland meist fehlt.

Fast alle dieser Pflanzen wurden von uns aus Samen herangezogen, die direkt vom jeweiligen Naturstandort stammen. Im Alpinum werden keine Hybriden aus gärtnerischer Züchtung angesiedelt.

Alpinum Übersicht Bildergalerie
Gebirgspflanzen der Alpen

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Balkan-Kleinasien-Kaukasus

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