Alpinhaus

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Im Frühjahr 2002 wurde das neue Alpinenhaus fertiggestellt. Es dient der Kultur heikler und seltener Gebirgspflanzen aus aller Welt, mit Ausnahme der Tropen.

Es ist als Erdhaus ausgeführt (Länge 14 m, Breite 5m, Firsthöhe 3,6m). Das Fundament des Hauses liegt ca. 1m unterhalb der Bodenoberfläche. Der Vorteil dieser Bauweise besteht in der langsamen Erwärmung im Sommer und der geringeren Abkühlung im Winter. Eine zusätzliche Trennwand im Inneren ermöglicht es einen Teil des Hauses zu heizen (Winter Minimum 0°C), der größere Teil bleibt ungeheizt (Winter Minimum -7°C). Das Haus verfügt sowohl über Seiten- als auch Dachlüftungen für eine gute Luftzirkulation. Durch eine mit Tonziegeln ausgelegte Rinne am Boden des Hauses kann es im Sommer zusätzlich mit kaltem Wasser gekühlt -und die Luftfeuchtigkeit erhöht werden. Kaltwasserrohre, die in der Erde der Beete liegen sollen diesen Effekt noch verstärken. Das gesamte Wasser dient als Nachspeisung für unsere Teiche im Freiland.

Im Inneren zieht sich in der Mitte ein 2,5m breites Beet durch das gesamte Haus, bis über die Hälfte mit sehr groben Schotter zur Dränierung gefüllt. Darauf wurden, ähnlich einer Fußbodenheizung, Wasserrohre verlegt und mit einer sehr durchlässigen Alpinenerdmischung verfüllt. Um den Eindruck einer kleinen Gebirgslandschaft zu erwecken, wurde mittels besonders geeigneter Lochsteine aus der Toskana/Italien, ein bis zu 1,20m hohen Hügel aufgebaut. Dabei wurde besonders auf guten Wasserabzug geachtet und nur die obersten Schichten mit Erde aufgefüllt. An der nördlichen Längsseite zieht sich ein breites Tischbeet durch das gesamte Glashaus, das im geheizten Teil der Anzucht dient.

Wozu dieser technische Aufwand?
Hochgebirgspflanzen, die oft an unwirtlichen Stellen in der Natur tiefste Fröste, Eis und Schneeverwehungen im Winter und zum Teil sehr hohen Temperaturen im Sommer ausgesetzt sind, können sich unserem Tieflandklima nicht ohne weiteres anpassen. Im Gebirge sind sie durch eine konstante Eis- oder Schneedecke den ganzen Winter über geschützt/isoliert. Frostwechsel, strenge Fröste ohne Schneeschutz, Regen und Föhn (Südwind) machen diesen Pflanzen im Tiefland im Winter am meisten zu schaffen. Im Sommer sind die Niederschläge in den Gebirgen oft geringer, vor allem aber kommt es auch an heißen Tagen zu einer deutlichen nächtlichen Abkühlung, eine Art Erholungspause, die im Tiefland meist fehlt.
Lange Regenperioden begünstigen Fäulniserreger, die es im Hochgebirge nicht gibt, und heiße Nächte machen diesen Pflanzen schwer zu schaffen. Alle diese widrigen Umstände werden im Alpinenhaus stark vermindert. Auch Fraßschäden von tierischen Schädlingen können deutlich reduziert werden.