Zwergstrauchheide

Am Fuß der Stiege die in den Alpengarten führt angelangt, erreicht man die Zwergstrauchheide. Sie bildet eine Übergangsgesellschaft, die vom Wald in die gehölzfreien hochalpinen Rasen führt. In geschlossenen Wäldern dominieren die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) neben Preiselbeere (Vaccinum vitis-idea) und Rauschbeere (Vaccinium uliginosum). In den aufgelichteten Baumbeständen an der Waldgrenze wachsen wie hier hohe Gestrüppe der Rostblättrigen Alpenrose (Rhododendron ferrugineum), die zur Blütezeit Anfang Juli die Waldgrenzlandschaft mit ihrem leuchtenden Rot überzieht. Sie hat von ihren Vorfahren aus den kühlfeuchten Bergwäldern des Himalaja die Empfindlichkeit gegenüber Trockenheit geerbt. Als immergrünes Gehölz kann es nur an Stellen mit genügend langer und hoher Schneedecke weiter über die Waldgrenze hinaufsteigen. Die laubabwerfende Rauschbeere, die Krähenbeere (Empetrum hermaphroditum), besonders aber die immergrüne Gämsheide (Loiseleuria procumbens) sind die einzigen Holzgewächse die noch höher ansteigen. An windgefegten, schneefreien Stellen steigt die Gämsheide als einziger Zwergstrauch bis 3000 m an und ist in der Lage extreme Temperaturen von +45°C bis -40°C zu ertragen. Die Gemsheide ist die einzige Art ihrer Gattung. Dies, der einfache Blütenbau und ihre weite zirkumpolare Verbreitung deutet auf ein hohes Alter hin das sicherlich bis ins Tertiär führt. Die Blütezeit liegt hier im Juni.

Zwergstrauchheide-Intro.jpgBildergalerie