Alter Steingarten

Der in einer lang gestreckten Mulde gelegenen Hochstaudenflur gegenüber finden wir ein Areal, das schon in den Anfängen des Gartens intensiv kultiviert wurde. Man erkennt deutlich mit Steinen gebaute Hügelbeete. Am Anfang dieses "Steingartens", rechterhand des Weges, finden sich heute noch die meisten Pflanzen die in den Anfängen des Gartens gesetzt wurden. An dieser sonnigen, früh schneefreien Stelle konnten sich besonders Pflanzen die viel Trockenheit vertragen bis heute behaupten:

Alter SteingartenDie Einköpfige Flockenblume (Centaurea uniflora), ein Asterngewächs, ist eine bis zu 40 cm hohe, weißfilzig behaarte Pflanze. Die immer einköpfigen Blüten sind bis zu 5 cm groß und purpurrot. Auch die kugeligen, geometrisch behaarten Fruchtstände sind bis spät in den Herbst sehr auffällig. Diese Art besiedelt bis weit über 1500 m trockene, steinige Wiesen und Weiden und ist nur in den Südwestalpen beheimatet.
Die Siber- oder Wetterdistel (Carlina acaulis) ist eine weitere Pflanze die trockene, magere Stellen besiedelt. Sie ist eine bis zu 30 cm breite Rosettenpflanze mit stachelig gezähnten Blättern. Die einzeln stehenden Blütenköpfe sind bis zu 12 cm breit, innen strohig gelb umrandet von reinweißen Hüllblättern. Nur bei sonnigem, trockenem Wetter öffnen sich diese Hüllblätter und schließen sich abends oder bei feuchter Witterung, daher der Name Wetterdistel. Diese Art ist monokarp, das heißt sie stirbt nach der Samenbildung ab.
Am Ende dieses Areals, bevor wir wieder kurz in den Hochwald eintreten, finden wir rechterhands eine große Ansammlung von Arnika (Arnica montana). Aus einer grundständigen Rosette treibt im Juli/August ein bis zu 60 cm hoher Blütenstand mit bis zu 7cm großen, orangegelben Einzelblüten aus. Von den über 30 Arten der Gattung Arnika, die meist in Asien aber auch in Nordamerika beheimatet sind, ist diese bekannte Heilpflanze der einzige Vertreter in unseren Breiten.