Grünerlengebüsch

Die Grünerle (Alnus alnobetula) bildet meist einförmige Dauergesellschaften von 3-4 m Höhe. Durch den hohen Wasserverbrauch ist die Grünerle nur an Stellen mit ständig gutem Wassernachschub lebensfähig. Diese Gebiete sind für den Bergwald meist zu nass oder zu lange schneebedeckt. Besonders auf tonigem Untergrund besteht bei größeren Hangneigungen starke Erosionsgefahr, so dass die Grünerle eine bedeutende Rolle als Bodenfestiger und Pionier erfüllt. Auch als "Vorholz" bei der Wiederbewaldung wird sie mit Erfolg genutzt. Der Unterwuchs setzt sich je nach Lichtangebot und Bodennässe aus einem bunten Gemisch von Hochstauden zusammen.
Hier ist besonders der Weiße Germer (Veratrum album), ein Liliengewächs, stark vertreten. Es ist eine auffällige bis zu 1,50 m hohe Staude mit beblättertem Schaft aus ineinander geschachtelten Blattscheiden. Die Blätter sind tief längsgefaltet und unterseits flaumig behaart. Die einzelnen Blüten sind sternförmig-trichterig, weiß und in einer bis zu 50 cm langen Rispe angeordnet. Der Germer ist stark giftig und kann ohne Blüten leicht mit dem Gelben Enzian verwechselt werden, von dem er sich aber durch die flaumige Behaarung der Blattunterseiten, durch die innen weiße Wurzel (beim Enzian gelb) und durch den unangenehmen Geruch der Wurzel unterscheidet. Wegen seiner Giftigkeit ist er ein gehasstes Weideunkraut, da immer wieder Kälber, junge Ziegen und Schafe an ihm zugrunde gehen. Er ist von Europa über Asien bis nach Japan weit verbreitet.
Gleich hinter der kleinen Brücke finden wir eine größere Ansammlung der Felsen-Johannisbeere (Ribes petraeum), ein Steinbrechgewächs. Der bis zu 2 m hohe Strauch besitzt fünflappige bis zu 10 cm breite Blätter. Die Blüten sind grünlich rosa, in einer hängenden, vielblütigen Traube angeordnet. Die roten Beeren schmecken säuerlich aromatisch, sind reich an Vitamin-C und wurden seit jeher von den Gärtnern gerne genutzt. Die Art ist in kalkarmen Gebirgen von Europa bis Asien verbreitet.

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