Waldgrenze

Warum die Bäume nicht in den Himmel wachsen
Der Alpengarten liegt im obersten Bereich des Zirbenwaldes, der am Patscherkofel bis ca. 2000m ansteigt. Die Obergrenze des Bergwaldes -kurz Waldgrenze genannt- ist eine der auffallendsten Vegetationsgrenzen überhaupt. In ungestörten Urwaldgebieten ist diese Grenze scharf, im Alpenraum durch die Almwirtschaft oft aufgelichtet als sogenannte „Kampfzone“.

Die Waldgrenze ist im Wesentlichen eine Klimagrenze: grob geschätzt braucht ein Baum mindestens 100 warme Tage mit einem Temperaturmittel von über 5 Grad für eine positive Stoffbilanz und damit für Wachstum. Für ihre Ernährung sind die Waldbäume außerdem auf die Mithilfe von Wurzelpilzen angewiesen (Mykorrhiza).
Viele Gefahren machen den Bäumen an der Waldgrenze das Leben schwer: die starke UV-Strahlung kann das Blattgrün schädigen, Schneepilze befallen den Jungwuchs, vor allem aber ist es der winterliche Wind, der den Nadeln durch hohe Verdunstung das Wasser entzieht. Weil aber der Boden gefroren ist, kommt es oft trotz ausreichender Frosthärte zu Trockenschäden („Frosttrocknis“ Abb. 19). Bei der Photosynthese baut die grüne Fabrik Pflanze aus den im Bodenwasser gelösten anorganischen Stoffen und dem CO² der Luft mit Hilfe der Sonnenstrahlung organische Verbindungen auf. Wenn dieser Stoffgewinn nicht mehr ausreicht, den Stoffverbrauch der Atmung auszugleichen, wird die Bilanz negativ, Wachstum ist nicht mehr möglich, die absolute Lebensgrenze ist erreicht, wir stehen an der Waldgrenze.

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