Langsames Wachstum hohes Alter

KlonaleswachstumAus den Einzelsprossen entstehen Sprossbündel, deren anfängliche Verbindungen schließlich zerfallen, so dass immer neue „Horste“ entstehen, die sich in dichter Front ausbreiten. Auf diese Weise entstehen Gruppen („Klone“) genetisch gleichartiger Individuen, die große Flächen besiedeln können. Nach DNA-Analysen können solche Klone mehrere 1000 Jahre alt werden; sie sind also funktionell „unsterblich“!
Das klonale Wachstum verläuft freilich so langsam, dass für einen Meter Wanderung mehrere 100 Jahre benötigt werden. Damit wäre eine Wiederbesiedelung des Alpeninneren nach der letzten Eiszeit (Ende vor ca. 15000 Jahren) nicht zu erklären. Bei der Krummsegge (Carex curvula) hat man beobachtet, dass immer wieder - in vieljährigen Intervallen und nur in klimatisch besonders günstigen Sommern („Mastjahre“) reichlich Blüten und Samen gebildet werden. Damit wird aber eine viel schnellere Ausbreitung über größere Entfernungen verständlich. Übrigens können auch die Fichten der Waldgrenze durch vegetative Vermehrung aus den Wurzeln kleine Wäldchen bilden, die genetisch aus einer Art bestehen. Nach einer Untersuchung in den Schweizer Alpen vermehren sich von 228 Pflanzen nur 30 sexuell, alle übrigen vegetativ durch klonales Wachstum.

Spalier