Biologische Maikäferbekämpfung in der EU Region Tirol:
Eine zwanzigjährige Erfolgsgeschichte

Ein marktfähiges biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel wie Melocont® Pilzgerste muss anwendbar, sicher, wirksam, und preislich erschwinglich sein. Eine umfassende wissenschaftliche Prüfung auf Praxistauglichkeit des biologischen Wirkstoffes Melocont® Pilzgerste konnte im Rahmen des BEAUMON Forschungsprojektes „Beauveria brongniartii Monitoring in Maikäferbefalls-Gebieten von Ost-, Nord- und Südtirol“ mit Herbst 2013 erfolgreich abgeschlossen werden (Projekt Nr. LWSJF 0109/736). Die Wirksamkeit des insektentötenden Pilzes B. brongniartii, Stamm BIPESCO 2, stand außer Zweifel. Es konnte gezeigt werden, dass die Beständigkeit (Persistenz) des Pilzes in den verschiedenen Behandlungsflächen von der tatsächlichen Maikäfer-Befallszahl (u.a. Engerlingdichte) im Boden sowie von der Applikationshäufigkeit des Pilzwirkstoffes in den Behandlungsflächen abhängig war. Eine inokulative Massenapplikation von Melocont® Pilzgerste im Grünland, Obst-, Wein- und Ackerkulturen führt zu einer gewünschten B. brongniartii Pilzdichte von über 1.000 Koloniebildenden Einheitswerten (KBE) bezogen auf ein Gramm Boden Trockengewicht (KBE g-1 Boden TG). Vorausgesetzt, dass mindestens zwei Gaben Melocont® Pilzgerste, verteilt auf zwei Pflanzsaisonen, mit einer Aufwandmenge von mindestens 25 kg pro Hektar und Applikation, und das eingearbeitet in den Boden, entweder mit einer Säschlitzmaschine oder Bodenfräse, sichergestellt werden kann. Eine Befragung von Landwirten aus der Euroregion Tirol ergab, dass sich deren subjektiv positive Bewertung bezüglich des erfolgreichen Melocont® Pilzgerste Einsatzes mit den von uns erhobenen wissenschaftlichen Daten nahezu deckt. Dies zeigte sich besonders in der Bewertung der Reduktion der Maikäferbefallszahlen in den Behandlungsflächen. Basierend auf den Erfahrungswerten von über 20 Jahre Melocont® Pilzgerste Anwendung kann tatsächlich auch von einer populationsregulierenden Wirkung des Stammes ausgegangen werden. Der insektentötende Pilzwirkstoff B. brongniartii, Stamm BIPESCO 2, kann mit Hilfe einer eigens am Institut entwickelten, standardisierten Rückisolationstechnik auf Selektivnährböden, als auch mit Hilfe einer molekularbiologischen Methode, sowohl quantitativ als auch qualitativ in den diversen Böden, sowie von den verpilzten Individuen isoliert und nachgewiesen werden. Mit Hilfe dieser Verfahren können Betroffene und Berater gezielt über das weitere Vorgehen bezüglich einer notwendigen Maikäferkontrolle beraten werden. Es kann auch erwartet werden, dass diese vom Land Tirol geförderte Projektstudie als Grundlage für zukünftige Behördenverfahren, bezüglich einer EU-konformen Zulassung, des biologisch wirksamen, umweltfreundlichen Pilzwirkstoffes B. brongniartii, dient.

Biological control of cockchafers in the Euroregion Tyrol:
a story of success since twenty years

Market ready biocontrol agents such as Melocont® Pilzgerste have to be applicable, safe and effective at a reasonable price. One last scientific practical test of this biological control agent was successfully completed in the framework of the BEAUMON study “Beauveria brongniartii monitoring in cockchafer infested areas of East-, North- and South Tyrol” in autumn 2013. There was no doubt regarding efficacy of the entomopathogenic fungus Beauveria brongniartii, strain BIPESCO 2. However, it was confirmed that the persistence of the fungus in the different treated soil plots was depended upon the actual cockchafer larval density in soil and upon the number of Melocont® Pilzgerste application, respectively. This inoculative application technique leads to a fungal density of more than 1.000 cfu (colony forming unit per gram dry weight soil) in grassland, orchards and agricultural land - on condition that the product is applied two times allocated to two planting seasons, in a concentration of 25 kg per hectare and application with a slit seeder or rotor harrow. A survey completed by farmers of the Euroregion Tyrol resulted that their individual positive evaluation and our scientific data assessed in this study yielded a very similar outcome. Twenty years of experience with Melocont® Pilzgerste showed population control based on the efficacy of the production strain BIPESCO 2. The entomopathogenic fungus B. brongniartii can be selectively re-isolated on a selective nutrient medium and identified based on a microsatellite marker method (SSR). These methods will help us to advise affected people and advisors how to manage their cockchafer pest problem. This work is supported by Amt der Tiroler Landesregierung (BEAUMON, Grant Agreement No. LWSJF 0109/736).

In: ÖIAP, 54. Österreichische Pflanzenschutztagung, 27.- 28. Nov. 2013, Stift Ossiach, ISSN 1996-5028, Seite 19.