Partizipation und Democratic Citizenship – Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft – Gestalten und Handeln in Lebensverläufen

Partizipation und Democratic Citizenship

Partizipation wird als bottom-up und top-down Prozess der Teilhabe, Beteiligung und Mitbestimmung in allen gesellschaftlichen Bereichen verstanden und ist somit direkt mit der Emanzipation von Mitgliedern einer Gesellschaft verbunden. Bildung erfordert eine Partizipationspädagogik, die eigenständige Entwicklung von Kompetenzen fördert, die zu individueller Teilhabe, Mitbestimmung und demokratischer Beteiligung in konkreten Situationen und Kontexten ermächtigt. Partizipative Bildungsforschung hat in diesem Kontext ein aktives Interesse, soziale Ungleichheiten und ihre Auswirkungen auf Partizipationschancen zu analysieren und diesen entgegenzuwirken. Gleichzeitig gilt es, die hierfür jeweils förderlichen sozialen und politischen Strukturen und Handlungsweisen zu untersuchen und weiter zu entwickeln.

Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft

Hier steht die Suche nach und die Analyse von innovativen Formen des Lehrens und Lernens im Sinne der Herstellung und dem Einsatz von Wissen und Kompetenz im gesamten Lebensverlauf vor dem Hintergrund gegenwärtiger sozialer Transformationsprozesse im Mittelpunkt. Insofern kommen sowohl dem Lernkontinuum zwischen formalem, nicht-formalem und informellem Lernen einerseits als auch dem Spektrum zwischen expliziten und impliziten Wissensdynamiken andererseits zentrale Bedeutung zu. Was gilt heute als Wissen, und wie lässt sich dieses Konstrukt sozial und kulturell differenziert – und von welchen AkteurInnen – (mit)gestalten? Wie gestalten sich gegenwärtige Lehr-Lern-Verhältnisse? Mit welchen – auch ideologisch aufgeladenen – Kompetenzbegriffen arbeiten PädagogInnen heute in Theorie und Praxis? Welche Relevanz, Bedeutung und Wirkung erzielen unterschiedliche Lehr- und Lernsettings bezüglich der Vermittlung und Aneignung von Wissen und Kompetenz?

Gestalten und Handeln in Lebensverläufen

Die strukturelle Ausdifferenzierung des sozialen Lebenslaufs sowie die Individualisierung, Pluralisierung und Verflüssigung von Lebensverläufen gelten als Hauptmerkmale der ‚zweiten Moderne‘. Aus bildungs- und erziehungswissenschaftlicher Perspektive geht es darum, wie im Spannungsfeld zwischen Struktur und Handlungsspielraum unter den gegebenen Rahmenbedingungen und  in unterschiedlichen Lebenslagen und Lebensphasen selbstbestimmte Lebensgestaltung und eine gelingende Risikobewältigung möglich werden oder auch unmöglich sind. Strukturell mit dem Prozess der Lebensgestaltung verbunden sind: die Internationalisierung von Bildungs- und Qualifikationssystemen mitsamt ihren Inhalten, Anforderungsprofilen und wirtschaftlichen, sozialen sowie kulturellen Herausforderungen sowie die Begleiterscheinungen und Folgen der sich verändernden Verhältnisse zwischen (Sozial-)Staat und BürgerInnen.