Spritzbeton-Technologie ´06


Einfluss der Klebrigkeit des Nass–Mischgutes auf die Festigkeitseigenschaften von Spritzbeton

Dipl.-Ing. Dr. Christoph Niederegger, Dipl.-Ing. Dr. Dietmar Thomaseth, Institut für Betonbau, Baustoffe und Bauphysik

Die Einhaltung einer definierten Spritzbetonqualität, wie z.B. gesicherte Früh- und Endfestigkeit, muss im Tunnelbau ständig überwacht und durch periodische Prüfungen laufend kontrolliert werden.
Infolge dieser baubegleitenden Untersuchungen kann auf wechselnde Bedingungen flexibel reagiert und eine laufende Optimierung der Spritzbetonherstellung durchgeführt werden. Technische Anforderungen, wie eine definierte Festigkeitsentwicklung, Gleichmäßigkeit, Dichtheit und Dauerhaftigkeit, und wirtschaftliche Kriterien, wie Rückprall, Auftragsleistung und Energieverbrauch, sind Schlüsselstellen für Spritzbeton im Vortrieb.Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Problematik einer zu hohen Klebrigkeit des Nass – Mischgutes.Trotz des Erreichens von Konsistenzklassen größer F59 durch die Zugabe von Fließmittel auf Polycarboxylatbasis wird speziell die Frühfestigkeitsentwicklung, bedingt durch eine starke Klebrigkeit und in Folge dessen durch eine nicht konstante Einmischung des Beschleunigers in das Spritzgut oft sehr beeinträchtigt, wobei es stellenweise zu unzureichend beschleunigten Bereichen an der Tunnelwandung kommen kann.
Es ist festzustellen, dass die Problematik der Klebrigkeit nicht nur vom Fließmittel und seiner Polymerstruktur abhängt, sondern auch die Kombination aus Fließmittel, Bindemittel und Gesteinskörnung einen großen Einfluss auf die rheologischen Eigenschaften des Frischbetons und in Folge dessen auf Wasseranspruch und die Klebrigkeit hat.
Der Einfluss der Bindemittel in Bezug auf die Verarbeitbarkeit liegt vor allem im Wasseranspruch. Eine Senkung des Wasseranspruchs hat eine Senkung der benötigten Fließmittelmenge zur Folge. Es werden Anwendungsbereiche herausgearbeitet, die bei Einhaltung eine sichere und wirtschaftliche Lösung für Spritzbeton im Tunnelbau ergeben.
Ziel war es ferner eine Methode zu entwickeln, mit der man die Klebrigkeit einfach quantifizieren kann, wobei in Folge dessen durch das Ermitteln von Vergleichswerten eine objektive Beurteilung vorgenommen werden kann.