Spritzbeton-Technologie ´06


Brandschutzschichten in Verkehrstunnels

Prof. DI Dr. Wolfgang Kusterle, Fachhochschule Regensburg, Deutschland
Dipl.-Ing. Michael Ruzicka, Potyka + Partner, Wien
Dipl.-Ing. Peter-Frank Donauer, IBS, Linz
Dipl.-Ing. Herbert Muchsel, ÖBB Infrastruktur Bau AG, Wien

Für die Tragfähigkeit relevante Brände in Verkehrstunnels sind meist durch einen raschen Temperaturanstieg und maximale Temperaturen bis über 1200 °C gekennzeichnet. Diese Temperaturbeanspruchung führt zu einer Herabsetzung der Materialkennwerte, eventuell zu Querschnittsverlusten durch Abplatzungen und verursacht somit im Regelfall eine Reduktion der Tragfähigkeit der Konstruktion. Zudem können thermisch verursachte Zwänge auch zu qualitativen Veränderungen im Schnittkraftverlauf führen. Für Neubauten stehen mehrere Maßnahmen zur Beherrschung des Lastfalles "Bemessungsbrand" zur Verfügung. Neben der reinen Heißbemessungen und der Optimierung der Betonrezeptur können auch Schutzschichten: Platten, hochdämmende Spritzmörtel sowie Polypropylen- Faserspritzbetone eingesetzt werden. Für die Ertüchtigung von bestehenden Tunnels sind nachträglich aufgebrachte Schutzschichten meist die einzige mögliche Maßnahme. Schutzschichten müssen die Konstruktion innerhalb festgeschriebener Zeitspannen vor unzulässigen Temperatureintrag schützen, daneben aber auch über lange Zeiträume der rauen Tunnelumgebung und der Druck/Sog-Wechselbeanspruchung durch den Verkehr widerstehen sowie den Ansprüchen der Bauwerksinspektion (Erhalter, Betreiber) genügen. Anforderungen, Versuchsergebnisse sowie Festlegungen in einem Merkblatt der ÖVBB werden vorgestellt und diskutiert.