Ein 15N-Tracer Experiment zur Aufschlüsselung der trophischen Beziehungen von Zersetzern in hochalpinen Böden 

Julia Seeber 

 

In Tallagen und im subalpinen Gebiet sind Regenwürmer die Hauptakteure im Zersetzungs-prozess im Boden. In hochalpinen Böden nimmt deren Zahl stark ab, da sich die Bedingungen sowohl in Bezug auf das Klima als auch auf den Lebensraum drastisch ändern. Außerdem fällt eine wichtige Nahrungsquelle, nämlich Kuhdung, der das Vorkommen von Regenwürmern begünstigt, weg. Ihre Rolle im Abbau von totem Pflanzenmaterial wird daher in hochalpinen Böden von Insektenlarven und Tausendfüßern übernommen. Dies hat zur Folge, dass keine Durchmischung der Bodenhorizonte mehr stattfindet, da diese Tiere nur organisches und kein mineralisches Material zu sich nehmen. Geschichtete Böden neigen aber zu höherer Erosionsanfälligkeit.

Im vorliegenden Projekt wird untersucht, inwieweit und wie stark Regenwürmer bzw. Insektenlarven und Tausendfüßer in den Zersetzungsprozess in hochalpinen Böden involviert sind und ob Schafbeweidung eine entscheidende Rolle für das Vorkommen von Regenwürmern spielen könnte. Mithilfe eines stabile-Isotopen-Ansatzes wird ein Tracer von der Nahrungsquelle (Pflanzenstreu) zu den Konsumenten (Zersetzerorganismen) verfolgt, wodurch sowohl die trophische Stellung als auch die Zersetzungsleistung der verschiedenen Bodentiere bestimmt werden kann.