(AGRO-)FOOD STUDIES IN ÖSTERREICH

Vom Desiderat zum interdisziplinären Forschungsprogramm – ein Vorprojekt

Christoph Kirchengast

 

Nahrung ist ein soziales Totalphänomen. Es betrifft sämtliche Bereiche des menschlichen Zusammenlebens und ist maßgeblich für die Strukturierung von Gesellschaft und Kultur. Trotz dieser Tatsache handelt es sich dabei traditionell um ein vernachlässigtes Thema in den Sozial- und Kulturwissenschaften. Darüber hinaus war und ist die Erforschung dieses Themenkomplexes stark fragmentiert. Dies betrifft einerseits den unterentwickelten interdisziplinären Dialog und andererseits eine weitgehend isolierte Beforschung entlang einer Produktion-Konsum Dichotomie. Ausgehend von diesen Defiziten sowie von wirtschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit ist in den letzten 20 Jahren im internationalen Kontext ein interdisziplinäres Forschungsprogramm entstanden, das unter Bezeichnungen wie Agro-Food Studies oder Food Studies firmiert. In Österreich sind derartige Bemühungen noch wenig ausgeprägt. Im Rahmen dieses Vorprojektes werden daher der Status Quo der Nahrungsforschung in Österreich ermittelt, Vernetzungsaktivitäten zwischen einschlägigen ForscherInnen intensiviert sowie ein Grundlagenpapier zu (Agro-)Food Studies in Österreich verfasst. In weiterer Folge ist die Ausarbeitung und Einreichung eines Antrages für ein langjähriges Forschungsprojekt, das sich grundlegend dem Thema Nahrung widmet.