Bryophytes in mountain meadows

Thomas Kiebacher

 

Seit einigen Jahrzehnten unterliegen die Almen im Alpenraum massiven Landnutzungsänderungen, zahlreiche Flächen wurden und werden aufgelassen. Die Auflassungen führen zu bedeutenden ökologische Veränderungen, so z.B. einem Biodiversitätsverlust oder, als Folge eines geänderten Wasserhaushalts, auch zu Umweltkatastrophen wie Muren und Überschwemmungen. Die Auswirkungen der Auflassung auf Gefäßpflanzen-Gesellschaften wurden intensiv untersucht, wohingegen der Moosvegetation bisher kaum Beachtung geschenkt wurde. Entlang eines Sukzessionsgradienten in der subalpinen Stufe der Zentralalpen wurde auf einer Weide und auf drei Brachflächen sowohl die Moos- als auch die Gefäßpflanzenvegetation untersucht. Die beobachteten Vegetationsveränderungen wurden hinsichtlich taxonomischer und funktionaler Gruppen, Lebensformen und Ellenberg-Zeigerwerten analysiert. Die Moosvegetation wurde durch die Auflassungen stark beeinträchtigt. Sowohl Deckung als auch Diversität waren auf den Brachflächen deutlich geringer, nahmen aber in den älteren Sukzessionsstadien wieder zu. Auf der Weide betrug der Anteil der Moose an der Gesamtdiversität 26 %, auf den Brachflächen dagegen nur 9 - 18 %. Es wurde ein starker Artenwechsel beobachtet. Nur vier Arten kamen sowohl auf der Weide als auch auf den Brachflächen vor. Der Anteil der akrokarpen Laubmoose wurde durch die Auflassungen negativ beeinflusst. Bezüglich Gefäßpflanzen wurden die bekannten Effekte beobachtet: in Folge der Auflassung nahm die Diversität ab und Zwergsträucher kamen auf. Die Ellenberg-Zeigerwerte der Gefäßpflanzen unterschieden sich zum Teil deutlich. Die Wechselfeuchte-Zahl war auf den Brachflächen höher wohingegen die Stickstoff-Zahl auf der Weide höher war. Bezüglich Feuchtezahl konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden.