Monitoring von beweideten Rasen in Obergurgl  

Roland Mayer & Brigitta Erschbamer

 

Veränderungen in der Artenvielfalt und in der Zusammensetzung von Rasengesellschaften können nur über Dauerbeobachtungen erfasst werden, die sich über sehr lange Zeiträume (>10 Jahre) erstrecken. Dies gilt vor allem in den Hochlagen, da hier Wachstumsprozesse verlangsamt sind und Veränderungen erst mit einer gewissen Zeitverzögerung zu beobachten sind. In Obergurgl wurde im Jahr 2000 ein Monitoring-Programm entlang eines Höhengradienten begonnen, mit dem Ziel, Vegetationsveränderungen zu erfassen und Auswirkungen eines Weideausschlusses entlang eines Höhengradienten (1930–2790 m Meereshöhe) zu dokumentieren. Die letzte Aufnahmen stammen aus dem Jahre 2008. Idealerweise sollten die Untersuchungsflächen alle 3 Jahre aufgenommen werden. Ziel des vorliegenden Projektes ist es, die Vegetationsaufnahmen mit Hilfe von Frequenzanalysen an allen Standorten zu wiederholen und damit den bereits bestehenden Datensatz zu erweitern. Die Gesamtauswertung aller bisherigen und der neu dazukommenden Daten soll einerseits die natürliche Dynamik der Bestände aufzeigen und andererseits die Auswirkungen des Weideausschlusses aufzeigen. Damit können Prognosen für die Zukunft erstellt werden. Außerdem werden die vegetationskundlichen Daten mit den Mikroklimamessungen (Boden- und Lufttemperatur) korreliert. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Langzeitforschung.