Heldinnen des Hinterlandes auf Bauernhöfen: Diskurse über die Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft während des Ersten Weltkrieges in ausgewählten Tiroler Printmedien

G. Barth-Scalmani, G. Margesin, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Universität Innsbruck

 Das Projekt untersucht die Kriegserfahrungen von Frauen im landwirtschaftlichen Bereich in der Zeit von 1914-1918. Durch die Einziehung der Männer zur Kriegsdienstleistung beruhte die Last der landwirtschaftlichen Erzeugung v.a. auf den Frauen. Nur Kinder, ältere Männer und ab 1915 in zunehmendem Maße Kriegsgefangene standen ihnen zur Seite. Die Landwirtschaft sollte sowohl für das eigene Militär als auch für die eigene Bevölkerung Nahrungsmittel in ausreichendem Maße zur Verfügung stellen. Zahlenmäßig weniger Arbeitskräfte sollten mit immer weniger werdenden Produktionsmitteln (Einziehung von Vieh für militärischen Vorspann, Rückgang der Saat- und Düngemittel) immer mehr produzieren.

Dies ließ sich nicht umsetzen. Frauen gerieten dabei an die Grenzen ihrer physischen und psychischen Leistungen. Sie selbst haben aber wenig Dokumente darüber hinterlassen. Daher sollen Zeitungen aus der Kriegszeit, die sich speziell an die landwirtschaftliche Bevölkerung wandten, untersucht werden, um festzustellen, wie diese vermehrte Arbeitsbelastung von Frauen von unterschiedlichen Akteueren und den Betroffenen selbst thematisiert wurde.