Perspektiven - die Bewertung von Landschaftsveränderungen durch unterschiedliche Stakeholdergruppen

Projektleitung

M. Schermer

ProjektmitarbeiterInnen

Ch. Kirchengast, A. Matscher

Projektpartner

Institut für Ökologie - Arbeitsgruppe Ökosystemforschung & Landschaftsökologie

 

Projektbeschreibung

Verschiedene Stakeholdergruppen (Bauern/Bäuerinnen, TouristikerInnen, NaturschützerInnen), aber auch alle Einheimischen und TouristInnen nehmen die Entwicklungen in der Kulturlandschaft unterschiedlich wahr. Dementsprechend unterschiedlich fällt auch die Bewertung der Auswirkungen der Kulturlandschaft auf die Nachhaltigkeit aus. Der unterschiedliche Diskurs führt dazu dass die Beteiligten sowohl auf der Ebene der AkteurInnen wie auch ihrer Interessensvertretungen im Konfliktfall aneinander vorbeidiskutieren. Das Projekt versucht die unterschiedlichen Argumentationslinien mit Hilfe der Convention Theory aufzuarbeiten. Damit kann das unterschiedliche Naturverständnis von Stakeholdergruppen (Bauern/Bäuerinnen, WissenschaftlerInnen, landwirtschaftlichen InteressensvertreterInnen, PolitikerInnen, NGO’s), die sich alle als „NaturschützerInnen“ bezeichnen, analysiert werden. Dies soll dazu beitragen den Dialog auf eine einheitliche Basis zu stellen und damit zu verbessern.

Das Projekt wurde in zwei Teilschritten abgewickelt. Teilschritt eins (2008) beschränkte sich auf die Materialsammlung, Aufbereitung und Präsentation. Das Ergebnis wurde in einer Ausstellung im Alpinarium Galtür der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel des zweiten Projektteils ist es herauszufinden, inwiefern sich die Bewertungen und Verständnisse von Landschaftsveränderungen (in den vergangenen 100 Jahren) unterschiedlicher (sozialen) Gruppen voneinander unterscheiden. Die Gesamtzielgruppe sind dabei Personen, die selbst in dieser jeweiligen Landschaft leben bzw. in ihrem Berufsleben damit zu tun haben. Von besonderem Interesse sind die Bewertungsunterschiede zwischen der bäuerlichen Bevölkerung, der nicht-bäuerlichen (ländlichen) Bevölkerung und (amtlichen) EntscheidungsträgerInnen, die Einfluss auf die Gestalt bzw. Veränderung der jeweiligen Landschaftsregion haben.

Dazu wurde 2009 begonnen mit der Hilfe von moderierten Gruppendiskussionen die Argumente unterschiedlicher Akteursgruppen auszuloten und zu hinterfragen. Dabei werden je Studienregion zwei Focusgruppen durchgeführt: eine mit landwirtschaftlichen AkteurInnen und eine mit Personen, die selbst keine Landwirtschaft betreiben (Gewerbetreibende, Hotelier, Zugezogene, Pendler etc.). Zusätzlich wird noch 2010 eine überregionale Focusgruppe mit Personen durchgeführt werden, die im weitesten Sinne „Entscheidungskompetenz“ über die Entwicklung der Landschaft in Tirol haben (z.B. Raum- und VerkehrsplanerInnen, Landesumweltanwalt, Landwirtschaftskammer usw.).