Microbial litter decomposition on managed and abandoned alpine pastureland 

Projektleitung

Brigitte Knapp 

ProjektmitarbeiterInnen

Alexander Rief 

Projektpartner

Julia Seeber, Institut für Ökologie

 

Projektbeschreibung

Aufgrund von sozio-ökonomischen Veränderungen im alpinen Raum zeigt sich seit einigen Jahren der Trend, dass hochalpine Weiden zunehmend aufgelassen werden. Als Konsequenz verändert sich die Vegetationsstruktur auf den betroffenen Flächen und abgestorbenes Pflanzenmaterial sammelt sich auf der Bodenoberfläche an. Zusammen mit den quantitativen und qualitativen Veränderungen im Pflanzenbestand wandeln sich auch die mikrobiellen Gemeinschaften, die essentiell am Zersetzungsprozess des organischen Materials mitwirken und die Pflanzen mit Nährstoffen versorgen. Obwohl Mikroorganismen von großer Bedeutung für das Ökosystem im alpinen Raum sind, gibt es nur wenige Informationen über das Zersetzungsgeschehen von Pflanzenstreu und den daran beteiligten Schlüsselorganismen. Ziel des vorliegenden Projekts war es daher, mittels moderner molekularer Methoden (PCR-DGGE, Klonierung, Sequenzierung) am Streuabbau beteiligte Mikroorganismen zu identifizieren und den Einfluss von Landnutzungsänderungen und der dadurch veränderten Vegetation auf die mikrobiellen Gemeinschaften aufzuzeigen. Anhand von Analysen der Streu zweier Grasarten (Dactylis glomerata und Nardus stricta), einer krautigen Pflanze (Trollius europaeus) und der Zwergstrauch Vaccinium vitis-idea konnte festgestellt werden, dass die Mikroflora der untersuchten Proben von der chemischen Zusammensetzung der jeweiligen Streuart beeinflusst war, wobei Pilze eine stärkere Abhängigkeit vom jeweiligen Streutyp zeigten als Bakterien. Die Identifizierung spezifischer Bakterien aus den jeweiligen Proben lies hingegen das vermehrte Auftreten von Vertretern des Phylum Bacteroidetes, unabhängig vom Streutyp, erkennen. Aus den in dieser Studie gewonnenen Ergebnissen lässt sich schließen, dass je nach chemischer Zusammensetzung der jeweiligen Streuart charakteristische Mikroorganismen für deren Abbau verantwortlich sind. Allerdings scheinen spezifische Bakterien unabhängig vom Streutyp aufzutreten und stellen damit möglicherweise Organismen dar, die optimal an den Abbauprozess von Streu im alpinen Raum angepasst sind.