Alte Universitäts-Sternwarte Hötting

Lage:

  • Sternwartestraße 13
  • Geogr. Länge Ost: -11° 22' 50.41''
  • Geogr. Breite Nord: +47° 16' 05''67
  • Seehöhe: 611 m

Prof. Egon von Oppolzer erbaute die zweigeschossige Sternwarte in unmittelbarer Nähe seiner Villa im Ortsteil Hötting aus eigenen privaten Mitteln und nach eigenen Plänen. Um einen raschen Temperaturausgleich zu erreichen, verwendete er dafür eine sehr leichte Bauweise aus Eisenbeton, Wellblech und Glas. Das Gebäude bestand aus einem Meridianraum und einer im Osten angebauten Kuppel. Die eigentlichen Arbeitsräume sowie die umfangreiche Fachbücherei waren in seiner Villa untergebracht. E. von Oppolzer hatte die Aufstellung und Justierung der Instrumente noch nicht vollendet, als er erst 38-jährig im Jahr 1907 an einer Infektion verstarb. Nach langen Verhandlungen wurde die Sternwarte vom Staat angekauft und 1909 der Universität als Universitäts-Sternwarte angegliedert.

coude



 

Die im heutigen Botanischen Garten befindliche Anlage steht jetzt in der Verwaltung des Instituts für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck und wird für die Lehre aber nicht mehr für die Forschung genutzt.

Im historischen Teil der Sternwarte steht seit 1905 ein Spiegelteleskop von Zeiss 400 / 1000 mm ("Akademie-Reflektor"), dessen Leitrohr ein Plösselscher Dialyt (180 / 2300 mm) ist. Es gibt noch zahlreiche Geräte von musealem Wert wie zwei UV-Triplets (80 / 800 mm), ein 5-Prismen-Spektrograph Oppolzerscher Konstruktion, ferner ein Zeiss Blinkkomparator, ein Meßmikroskop nach Abbe und vor allem ein ebenfalls nach Oppolzers Plänen von Gustav Heyde gebautes Zenitteleskop (108 / 2000 mm). Weitere Instrumente sind: Alter Meridiankreis von Schäffler (108 / 1150 mm), der früher am Österreichischen Gradmessungsbüro in Wien war, ein Universale von Kammerer & Starke und ein Refraktor von Steinheil (108 / 1600 mm).
Neben der historischen Sternwarte befindet sich eine Kuppel mit einem Zeiss Coude-Refraktor (150 / 2250 mm) aus dem Jahr 1972, der immer noch in der astronomischen Grundausbildung verwendet wird.

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