Psychologe, Clown und Musiker

Beim Festival der Träume ist er "Buffo der Clown". Mit bürgerlichem Namen heißt er Dr. Howard Buten, ist Autismus-Psychologe der Californian State University und bestes Beispiel für die äußerst hohen intellektuellen Herausforderungen, die an so genannte Clowns gelegt wird. Psychologin Prof. Barbara Juen und Erziehungswissenschaftler Prof. Josef Aigner weisen auf die psychologisch wertvolle Arbeit hin, die die Spaßmacher mit ihren Darbietungen erbringen.
Clown
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Jedes Jahr, wenn die Könige der Spaßmacher in den Innsbrucker Stadtsaal einziehen, sorgen Künstler aus aller Welt für ein übermütiges Festival. Im heurigen Jahr stehen die weltbesten Clowns im Mittelpunkt. Täglich geben mindestens zwei Lachartisten Einblicke in die große Welt der Spaßmacherei. Bei einem Clown wird Unsinn zu Hintersinn. Aus Ungereimtheiten, aus dem Misslingen, erschafft er sich eine komische verdrehte Welt. Und was gibt es schöneres, als mit anderen Mitmenschen zu lachen. Selbst Ärzte entdeckten die anregende und sogar gesundheitsfördernde Wirkung des Lachens. Doch der psychologische Wert dieser scheinbar unbekümmerten Fröhlichkeit, die hinter den roten Nasen und dem Make-up steckt, ist den wenigsten bekannt.

Premiere für Clown Buffo in Österreich
Morgen Abend wird - zum ersten Mal in Österreich - Clown Buffo Groß und Klein zum Lachen bringen. In der bekannten Californian State University ist Dr. Howard Buten - so der bürgerliche Name des Wissenschaftlers aus den USA - aber mit einem ganz anderem Lebensschwerpunkt bekannt geworden: er ist einer der prominentesten Psychologen mit Schwerpunkt Autismus und hat nicht weniger als sieben Publikationen zu diesem sensiblen, sozialen und therapeutischen Thema veröffentlicht.

Hilfestellung auf hohem Niveau
"Clowns sind eine ideale Hilfestellung für Problembewältigung. Nicht nur, weil sie Kinder zum Lachen bringen und sie damit auch von ihren eigenen Problemen ablenken, sondern auch Autismus und vor allem deshalb, weil sie den Kindern auf spielerische Weise zeigen, wie und wo man auf dieser Welt an Grenzen stoßen kann und wie diese - mit etwas Mühe - wenn schon nicht verändert, so doch erweitert werden können", erklärt Prof. Barbara Juen vom Institut für Psychologie der LFU. Juen ist an unserer Universität als Psychologin mit Schwerpunkt klinische Psychologie und Entwicklungspsychologie und betont die positiven Wirkungen der Clowns auf den Heilungsprozess bei kranken Kindern und Erwachsenen. "Wenn z. B. ein Klinik Clown einem kranken Kind zeigt, was man alles mit einer Spritze machen kann, verliert dadurch nicht nur das Objekt etwas von seinem Schrecken sondern zugleich verringert sich das Gefühl des hilflosen und verständnislosen Ausgeliefertseins, das das Krankenhausdasein für Kinder so schwer macht. In diesem Sinne leisten Clowns psychologische Hilfestellung auf hohem Niveau", ist sich Juen sicher.

Pädagogisch-psychologisch wertvolle Momente
Auch für Erziehungswissenschaftler Prof. Aigner vom Institut für Erziehungswissenschaften inszenieren die Spaßmacher für Groß und für Klein wichtige pädagogisch-psychologische Momente: "Für Kinder ist die Clownerei allemal ein "Freizeichen" für das Nebeneinander von Fröhlichkeit, hintergründiger Ausgelassenheit und des an die Grenze des Erlaubten Gehens, aber auch für Momente der Traurigkeit, wie sie Clowns oft so wunderbar inszenieren. Dass nach traurigen Erfahrungen, nach Misserfolgen oder Beschämungen etc. auch wieder herzhaft gelacht werden kann, ist ein ganz wichtiges pädagogisch-psychologisches Moment: wo ich herzhaft lache, darf ich ohne wenn und aber sein", so Aigner. Seiner Meinung nach täte es auch Erwachsenen ab und an ganz gut, kniffelige Situationen durch Humor und Witz zu bereinigen. "Und durch die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen und sich so von den Alltagssorgen etwas zu distanzieren, werden auch festgefahrene Verhaltensmuster leichter verändert." (bb)