SE Ausgewählte Themen der Architektur:
Architektur der Armut - Sozialer Wohnungsbau im Wandel?



Lernergebnis:
Das Seminar zielt auf die wissenschaftliche sowie kontext- und bauanalytische Auseinandersetzung mit themenspezifischen Bautypen und Einzelbauten. Normative und faktisch auswertbare Aspekte beeinflussen unser Architekturverständnis und die Bewertungsmodi ebenso wie ästhetische und rezeptive Kriterien. Gerade im Bauwesen treffen „harte Fakten“ auf subjektive Einschätzung von Architektur aufeinander. Damit ist „Baukultur“ nie frei von Diskurs. Fragestellungen zu entwickeln und zu bewerten lernen ist Ziel des Seminars.
 

Inhalt:
Die Erkenntnis, dass der freie Markt die soziale Wohnungsfrage und die Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg nicht lösen würde, erforderte vor über 100 Jahren ein Umdenken – hin zu einer sozialen Wohnungspolitik. In Deutschland wie in Österreich wurden erstmals in der Geschichte staatliche Förderprogramm aufgerufen, um der Wohnungsnot zu begegnen. Architekten und Städtebauer entwickelten über die Jahrzehnte für die zunächst neue Bauaufgabe Konzepte, die bis heute das Stadtbild und das Verständnis des Sozialbaus prägen. Besonders in Zeiten des Umbruchs und konzentrieren sich die Hoffnungen auf den sozialen Wohnbau. Wo stehen wir nach hundert Jahren? 
Im Seminar wird der Fokus auf Sozialbauten in Deutschland und Österreich von der Gartenstadt bis zur Großsiedlung ebenso gelegt wie auf städtebauliche, konzeptuelle Aspekte. Wer sind die Akteure, die Bauträger, die Architekten und Planer? Wann setzten Prozesse der Bürgerbeteiligung und des kollektiven Planens ein und wir verändert sich dadurch die soziale Baukultur? Untersucht werden Bauten von Richard Riemerschmid bis Bruno Taut, von Ernst May bis Harry Glück und von Florian Nagler bis AllesWirdGut.

Methoden:
Literatur- und Quellenrecherche: An Einzelbeispielen werden verschiedene Bauten des sozialen Wohnungsbaus untersucht. Dazu zählt die wissenschaftliche Erarbeitung des Baukontextes ebenso wie die architektonische Analyse.
Unmittelbarer Austausch und direkte Begegnung: Exkursionen zu den Bauten sowie Gespräche mit BauherrInnen und ArchitektInnen dienen der Erweiterung der Perspektiven. In Teilen stützt sich die Untersuchung u.a. auf originale Planmaterialeien etc. im Archiv für Bau.Kunst.Geschichte.
Diskussion und Stellungnahme: Diskurs und kritische Auseinandersetzung

Prüfungsmodus:
Anforderungen: Regelmäßige Teilnahme (80% der Lehrveranstaltung), verbindliche Übernahme eines Referats, Verfassen einer schriftlichen wissenschaftlichen Arbeit, Beteiligung an der Diskussion und pünktliches Erscheinen sowie kontinuierliche und aktive Mitarbeit. Vorbesprechungen von Referat und Hausarbeit sind obligatorisch. 

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