Aus der Zeit der frühen Lehmfachwerke…:

Ausgewählte Holzbaubefunde der frühen Kaiserzeitauf dem südwestlichen Ölrain, Bregenz, Vorarlberg

 

von: Mag. Mag. Dr. phil. Karl Oberhofer

 

Im Dezember 2011 startete an der Universität Innsbruck das dreijährige FWF-Forschungsprojekt „Vom Militärlager zur Zivilsiedlung – Die Genese der westlichen Peripherie von Brigantium“ mit dem Ziel, eine archäologische Untersuchung der Jahre 2009/2010 am südlichen Siedlungsrand von Brigantium auf dem sog. Ölrain-Plateau wissenschaftlich zu bearbeiten. Ausgehend von der zur Zeit laufenden Auswertung der Funde und Befunde des betreffenden Gebiets ergeben sich neue Fragestellungen zu den frühen, in Holzbauweise errichteten Strukturen im unmittelbaren Umfeld auf dem südwestlichen Ölrain, welche 1911–1913 von Carl F. v. Schwerzenbach freigelegt wurden (vgl. Abb., rot hervorgehoben nach: A. Hild, Archäologische Forschungen in Bregenz. Jahresh. Österr. Arch. Inst. 26, 1930, Beiblatt, 115–176.).

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Mit dem Nachweis von Umwehrungsspuren und Resten der Innenbebauung eines spätestens in tiberischer Zeit errichteten Holz-Erde-Lagers auf dem sog. Böckle-Areal, erscheinen nicht nur Forschungen zur Größe des Lagers selbst, sondern auch zur bis dato kaum beachteten frühen zivilen Holzbauphase von Brigantium vielversprechend. Im Rahmen dieses Projektes soll die gesamte Dokumentation der 1911–1913 ergrabenen Strukturen erfasst werden. In weiterer Folge gilt es, die teilweise publizierten Plandarstellungen des frühen 20. Jh. so exakt wie möglich zu georeferenzieren.

Ein weiterer Teilaspekt des Projektes sieht eine Neubewertung eines signifikanten Teils des Terra Sigillata-Spektrums vor, die neue Erkenntnisse zu den frühen südgallischen Importen im westlichen Raetien versprechen.

Um den Kenntnisstand zu den frühesten Siedlungsphasen von Brigantium zu vergrößern, sollen auf angrenzenden Freiflächen geophysikalische Prospektionen durchgeführt werden. Die kombinierte Anwendung von Magnetometer-Prospektion und Georadar (GPR) verspricht wichtige Erkenntnisse zu bis dato archäologisch völlig unangetasteten Arealen auf dem Bregenzer Ölrain.

 

Kooperationspartner:

Vorarlberg Museum (Mag. Gerhard Grabher)

Bundesdenkmalamt, Landeskonservatorat für Vorarlberg (Mag. Dr. Andreas Picker)

 

Unterstützt u.a. durch: Tiroler Wissenschaftsfonds