Mikroarchäologisches Labor (Microarchaeological Laboratory)

 

Leitung: Univ.-Prof. Mag. Dr. Peter Trebsche

Laborantin: Lisa Niederwieser 

Geoarchäologie:  Dr. Susanna Cereda, MA

 

Mikroarchäologisches Labor 

Im Mikroarchäologischen Labor werden Befunde und Funde untersucht, die mit freiem Auge nicht wahrnehmbar sind. Dazu zählen zum Beispiel verkohlte Pflanzenreste, Fischknochen, Absplisse von der Feuersteinbearbeitung oder Gusstropfen, die beim Bronzegießen verloren gegangen sind. Solche Mikroabfälle müssen bei der Ausgrabung systematisch durch Schlämmung oder Flotation gewonnen werden. Die Schwerpunkte des Mikroarchäologischen Labor liegen derzeit auf geoarchäologischen Methoden (geochemische und mikromorphologische Analysen), auf der Untersuchung von Mikroabfällen sowie auf mikrostratigraphischen Ausgrabungstechniken. Das Labor arbeitet eng mit der Restaurierungswerkstatt am Institut für Archäologien sowie mit der Arbeitsgruppe Archäobotanik am Institut für Botanik und der Quaternary Research Group am Institut für Geologie der Universität Innsbruck zusammen. In naher Zukunft ist eine Erweiterung um Materialanalysen (P-XRF) sowie um archäobotanische und archäozoologische Methoden auf der Mikroebene geplant.

 

Derzeit werden im Mikroarchäologischen Labor folgende Fundkomplexe bearbeitet:

  • Mikromorphologische Proben und Mikroabfälle aus dem latènezeitlichen Siedlungszentrum von Haselbach in Niederösterreich (Grabung Peter Trebsche und Stephan Fichtl, 2015-2019)
  • Sedimentproben zur Flotation und Schlämmung aus dem bronze- und eisenzeitlichen Werkstattareal von Kundl in Tirol (Grabung Fa. Talpa, 2018-2019)
  • Drei im Block geborgene Vorratsgefäße mit Kupfererzresten aus dem bronze- und eisenzeitlichen Werkstattareal von Kundl in Tirol (Grabung Fa. Talpa, 2019)
  • Mikromorphologische Proben und Flotationsproben aus dem bronzezeitlichen Aufbereitungsplatz Mauk E in Tirol (Grabung Gert Goldenberg, 2019)

 

Das Mikroarchäologische Labor wurde im September 2019 gegründet; es wird durch Berufungsmittel des Rektors der Universität Innsbruck und des Dekans der Philosophisch-Historischen Fakultät finanziert. Das Mikroarchäologische Labor versteht sich als Forschungslabor und gleichzeitig als Ansprechpartner für Grabungsfirmen, die Beratung bei Probennahme und -aufbereitung im Rahmen von Rettungsgrabungen benötigen.


Kontakt: Lisa Niederwieser        lisa.niederwieser@uibk.ac.at


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