Hinweise zur Gestaltung von Diplomarbeiten und Dissertationen

Formale Gestaltung | Inhaltliche Gestaltung | Zitierung | Empfohlene Literatur


 Eingangs ist darauf hinzuweisen, dass Diplomarbeiten wissenschaftliche Arbeiten sind, die dem Nachweis der Befähigung dienen, wissenschaftliche Themen selbstständig sowie inhaltlich und methodisch vertretbar zu bearbeiten (§ 51 Abs 2 Z 8 UG 2002). Dissertationen sind hingegen wissenschaftliche Arbeiten, die anders als die Diplomarbeiten dem Nachweis der Befähigung zur selbstständigen Bewältigung wissenschaftlicher Fragestellungen dienen (§ 51 Abs 2 Z 13 UG 2002). Daraus ergibt sich, dass sowohl Diplomarbeiten als auch Dissertationen sich an wissenschaftliche Grundsätze (Objektivität, Reliabilität, Validität) halten müssen. Lesen Sie sich in Ihr Thema ein, erfassen Sie es im Geiste und geben es reflektiert mit eigenen Worten wieder – Wissenschaft ist eine Denkleistung! Als spezifische Voraussetzungen produktiven rechtswissenschaftlichen Arbeitens sieht Kerschner, Wissenschaftliche Arbeitstechnik und -methodik für Juristen, 5. Aufl (2006) 81 f, vor: "Analytisch-logisches, stringentes Denken zeichnen den guten Juristen ebenso aus wie die Fähigkeit, abstrahieren und assoziieren zu können. Querbezüge, Parallelen zu anderen Rechtsgebieten oder Rechtsinstituten liefern oft entscheidende Argumente. Auch Intelligenz iS der Fähigkeit, die maßgeblichen Unterschiede zwischen zwei oder mehreren Phänomenen erkennen zu können, und ein gewisses Maß an Phantasie sollen einer rechtswissenschaftlichen Arbeit nicht eben abträglich sein. Schließlich sollbesonders bei der Auseinandersetzung mit fremden Auffassungen'gesundes' Selbstbewusstsein mit persönlicher Bescheidenheit verbunden sein. Wie einerseits auch Ansichten renommierter Autoren nicht kritiklos zu übernehmen sind, ist andererseits Respekt vor jeder fremden geistigen Leistung angezeigt. Diesesicher oft schwierigeGratwanderung soll ihren Niederschlag in Ausdruck und Stil finden."

Wenn Sie Ihre Diplomarbeit oder Dissertation bei Univ.-Prof. Dr. Wachter verfassen, so beachten Sie bitte folgende Hinweise zur Gestaltung:

Formale Gestaltung

  • Drucken Sie Ihre Arbeit einseitig auf DIN-A4-Papier.
  • Stellen Sie den linken Rand maximal auf 3 cm, den rechten Rand max auf 2,5 cm.
  • Verwenden Sie eine Schriftgröße von maximal 12 Punkt (bei Times New Roman) bzw maximal 11 Punkt (bei Arial).
  • Stellen Sie die Zeilenschaltung maximal auf das Eineinhalbfache. Achten Sie auch darauf, dass die Leerräume zwischen den Überschriften bzw zwischen Überschrift und Fließtext nicht zu üppig sind.
  • Der Fließtext ist im Blocksatz auszuführen.
  • Schalten Sie zur Vermeidung breiter Wortabstände die automatische Silbentrennung ein oder trennen Sie manuell.
  • Nummerieren Sie die Seiten durchgehend; die Titelei können Sie separat mit römischen Zahlen nummerieren.
  • Geben Sie Fundstellen als Fußnoten, nicht als Endnoten und nicht im Fließtext (etwa in Klammern) an.
  • In juristischen Texten sind Abkürzungen immer ohne Punkt anzugeben (mit Ausnahme von Titeln und akademischen Graden).
  • Eigennamen schreiben Sie bitte auch im Fließtext kursiv, nicht nur in den Fußnoten.
  • Achten Sie auch, dass die Fußnoten an geeigneter Stelle stehen. "Gilt die Fußnote für einen ganzen Satz, mehrere Sätze oder einen gesamten Absatz, ist sie am Ende des (letzten) Satzes (nach dem Punkt!) einzufügen. Wird sie vor dem Punkt […] gesetzt, betrifft sie nur den letzten Begriff" (Kerschner, Wissenschaftliche Arbeitstechnik und -methodik für Juristen6 [2014] 255).
  • Schreiben Sie Ihre Arbeit bitte nach dem amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung (RegelwerkWörterverzeichnis).
  • Bei der weiteren formalen Gestaltung beachten Sie bitte auch die DIN-5008: Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung.

Inhaltliche Gestaltung

  • An Verzeichnissen sind ein Inhalts-, Abkürzungs-, Literatur- und Entscheidungsverzeichnis aufzunehmen. Nehmen Sie im Abkürzungsverzeichnis alle in Ihrer Arbeit verwendeten Abkürzungen auf. Listen Sie im Literaturverzeichnis nur jene Literatur auf, die Sie in Ihrer Arbeit erwähnt haben; Literatur, die Sie nur gelesen, nicht aber erwähnt haben, sind nicht aufzunehmen. Im Entscheidungsverzeichnis nehmen Sie bitte alle in Ihrer Arbeit erwähnten Gerichtsentscheidungen auf, wobei nach Datum die jüngste zuerst und die älteste Entscheidung zuletzt zu sortieren ist. Gegebenenfalls können Sie auch noch ein Abbildungsverzeichnis aufnehmen.
  • Schreiben Sie bitte auch eine Einleitung und am Ende eine Zusammenfassung Ihrer Arbeit.
  • Wenn Sie ein Kapitel untergliedern, achten Sie darauf, dass mindestens zwei Unterkapitel existieren ("Wer A sagt, muss auch B sagen").
  • Arbeiten Sie immer mit der aktuellsten Auflage! (Es sei denn, Sie beziehen sich auf eine Information, die die aktuellste Auflage nicht mehr enthält.)

Zitierung

  • Als Faustregel können Sie sich einprägen: Zitieren Sie Ihre Fundstelle immer so, dass ein Leser ohne weitere Recherche exakt diese eine Fundstelle auch finden kann.
  • Als Faustregel gilt weiters: Jeder fremde Gedanke, jede fremde Aussage oder Behauptung ist mit der jeweiligen Fundstelle zu belegen!
  • Beachten Sie bitte die Zitierhinweise in Friedl/Loebenstein, AZR, 7. Aufl (2012), Manz-Verlag.
  • Beachten Sie bitte auch, dass Fußnoten immer mit Großbuchstaben (oder Ziffern) beginnen und mit einem Punkt abschließen.
  • Internetquellen sind jedenfalls dann nicht zu zitieren, wenn die Information auch in Papierform zu finden ist. Wenn die Information sonst nirgends zu finden ist, so fügen Sie der Internetquelle (URL) auch das Datum der letzten Abfrage in Klammern hinzu. Achten Sie dann darauf, dass das Datum so nah wie möglich am Abgabetermin liegt.
  • Verwenden Sie bitte kein "aaO" oder "loc cit" und auch keine Kurzzitate; schicken Sie Ihre Leser nicht auf eine detektivische Erkundungssuche, sondern geben Sie ihnen gleich alle Informationen, die zum Auffinden der Fundstelle notwendig sind.
  • Bedenken Sie auch, dass die Angabe einer Fundstelle am Ende eines Absatzes sich immer nur auf den einzelnen Absatz bezieht, nicht jedoch auch auf den vorhergehenden oder den nachfolgenden Absatz.
  • Nennen Sie bei jeder Paragraphenangabe auch das dazugehörende Gesetz oder fügen Sie ein "leg cit" ("legis citatae") hinzu, wenn das Gesetz unmittelbar vorher schon genannt wurde und Sie sich nicht wiederholen möchten.
  • Entgegen den AZR schreiben Sie bitte immer das Datum und die Geschäftszahl einer Entscheidung hinzu, auch wenn Sie eine Fundstelle angeben, in dem die Entscheidung veröffentlicht wurde.
  • Versuchen Sie, bei publizierten Entscheidungen auch Parallelfundstellen zu finden; es gibt nämlich auch Leser, die nicht über alle Zeitschriften verfügen können.
  • Anders als in den Fußnoten werden Bücher im Literaturverzeichnis auch mit bibliographischen Daten versehen. Es sind daher anzugeben: Autor, Titel, (ggf Band), Auflage, Verlag, Verlagsort Erscheinungsjahr. (ZB: "Floretta/Spielbüchler/Strasser, Arbeitsrecht, Bd I, 4. Aufl, Manz-Verlag, Wien 1998".) Beachten Sie hiebei, dass zwischen Verlagsort und Erscheinungsjahr kein Komma gesetzt wird. Wenn Sie möchten, können Sie die Literaturangabe mit der ISBN abrunden.

Empfohlene Literatur

  • Friedl/Loebenstein, AZR, 7. Aufl (2012), Manz-Verlag
  • Kerschner, Wissenschaftliche Arbeitstechnik und -methodik für Juristen, 6. Aufl (2014), Facultas-Verlag