Paul KÖNIG

Erschütterungen durch Schienenverkehr: Messtechnische Untersuchung und empirische Prognose

Der zunehmende Ausbau von Schienenverkehrswegen und die steigende städtische Verdichtung bedingen einen zunehmenden Bedarf an Schutzmaßnahmen zur Reduktion der Immissionen zufolge Erschütterungen und Lärm für die Anrainer. Aus diesem Grund kommt einer realitätsnahen Prognose sowie der Beurteilung der Einwirkungen vor Baubeginn eine große Rolle zu. Hierzu gibt es Ansätze mittels numerischer Methoden sowie auf Messungen basierende Verfahren in der Projektierungsphase, womit eine Aussage über zu erwartende Erschütterungen bereits im Anfangsstadium der Planung möglich ist und emissionsmindernde Maßnahmen direkt in die Planung integriert werden können, um spätere Mehrkosten zu verhindern.

Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Aufbereitung eines auf messtechnischen Erhebungen basierenden empirischen Verfahrens zur Prognose der Erschütterungsimmissionen geplanter Schienenverkehrswege auf die angrenzende Bevölkerung. Ziel ist dabei ein Beitrag zur Erarbeitung eines universell einsetzbaren Prognoseverfahrens, welches eine, insbesondere im Anbetracht fehlender Regelungen zur Prognosestellung, standardisierte Vorgehensweise zur Vorhersage von Erschütterungsimmissionen ermöglicht. Die Aufarbeitung umfasst die Zusammenfassung erforderlicher Grundlagen hinsichtlich Messtechnik und Signalverarbeitung sowie der in Österreich gültigen Normung zur Beurteilung der Erschütterungseinwirkung durch Schienenverkehr. Im Anschluss an diese Grundlagen wird die kraftbasierte sowie die geschwindigkeitsbasierte Vorgehensweise zur Erschütterungsprognose vorgestellt und die Auswertung einer entsprechenden Messaufstellung durchgeführt. Beide Verfahren haben gemeinsam, dass die Erfassung der Schwingungsausbreitung zufolge der gleisgebundenen Linienquelle durch eine Reihe von Punktquellen angenähert wird.

Etwaige Messaufzeichnungen werden kritisch beleuchtet und Einflüsse auf die erstellte Prognose aufgezeigt. Im Zuge dieser messtechnischen Untersuchung werden zudem Verbesserungen hinsichtlich Messanordnung sowie der verwendeten Methode zur Schwingungsinduzierung aufgezeigt, wodurch der Weg für zukünftige Anwendungen und weiterführende Validierungen der Methodik geebnet wird.

 

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