Altorientalische Elemente in der griechischen Historiographie: Herodot und Ktesias

Fördergeberin: Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank
Projektnummer: 15835

Laufzeit: November 2014 – Oktober 2016


Leitung:

  • Irene Madreiter
  • Birgit Gufler

Beschreibung:

Antike Historiographie wird allgemein als Produkt der „abendländischen Kultur“ begriffen. In diesem Zusammenhang spielen die emotional geführten Debatten zweier Forschungsfelder eine wesentliche Rolle. Das erste beschäftigt sich mit der Einschätzung der Kontakte zwischen den oft getrennt gedachten Räumen der „griechischen“ Antike und dem „Vorderen Orient“, das zweite mit der Charakterisierung der Gattung Historiographie an der Schnittstelle zwischen Literatur und Faktengeschichte. Vor diesem Hintergrund stellt die Analyse und Funktion altorientalischer Elemente in der Historiographie ein Forschungsdesiderat dar. Der Fokus liegt auf der Verarbeitung dieser Elemente in den Werken Herodots und Ktesias‘, mit dem expliziten Ziel, den Charakter antiker Geschichtsschreibung zu reflektieren.

Das Quellencorpus aus dem Vorderen Orient umfasst Texte unterschiedlicher Gattungen aus dem 1. Jahrtausend v.Chr., u.a. assyrische, babylonische und achaimenidische Königsinschriften, Annalen und Chroniken, aber auch Ritualtexte, Prophezeiungen und Omen-Literatur sowie Wirtschafts- und literarische Texte.

Die Verarbeitung von altorientalischen Elementen in den Historien und den fragmentarisch erhaltenen Persika erfolgt mit Hilfe literaturwissenschaftlicher Methoden wie der Narratologie und besonders der Reception Studies.