Förderungspreis für interdisziplinäre Forschung
im Alpinen Raum

Der Forschungsschwerpunkt „Alpiner Raum – Mensch und Umwelt“ der Universität Innsbruck. Foto: Der Forschungsschwerpunkt „Alpiner Raum – Mensch und Umwelt“ der Universität Innsbruck.  

2013

Der Forschungsschwerpunkt „Alpiner Raum – Mensch und Umwelt“ der Universität Innsbruck schreibt seit 2006 regelmässig den Förderpreis für Interdisziplinäre Forschung aus. Der mit jeweils 1000 Euro dotierte Preis richtet sich an StudentInnen im Alpinen Raum und soll interdisziplinäre und transdiziplinäre Ansätze fördern. Er wurde im Rahmen des Aktionstags „Wandel im Alpinen Raum“ des Forschungs- schwerpunkts am 2. April 2014 in der Hofburg vergeben.



Der Förderungspreis 2006-2013


Preisträger 2013


Doris Hallama
 

Doris Hallama: „Schön und sicher: Der Blick auf die Alpen”

Unberührte Natur gehört zum Wunschbild des heutigen urbanen Menschen. In der Folge der Dialektik des Tourismus, wonach der Besucher durch seine Anwesenheit eben jene Einsamkeit zerstört, die er sucht, wandelte sich allerdings das äußere Erscheinungsbild der Landschaft nachhaltig.
Genau diese Rezeptions‑Lücke füllt nun die Diplomarbeit von Frau Hallama. Sie zeichnet einerseits die ästhetische Aneignung der alpinen Gebirgswelt in der Landschaftsdarstellung der letzten Jahrhunderte nach, und schildert andererseits die sukzessive Entwicklung von Sicherheitstechniken, die manche Blickwinkel erst ermöglichen, aber selbst auch Teil der Darstellung werden. Anhand eines repräsentativen Querschnitts von Bildern zur Alpenlandschaft zeichnet die Autorin eine faszinierende Entwicklung nach, die von der „visuellen Annäherung“ über die „alpinistische Bezwingung“ der Berge bis hin zur „technischen Bewältigung“ und schließlich „Handbarmachung“ der Berge reicht.


Ulrike Töchterle
 

Ulrike Töchterle: „Der Kiechlberg bei Thaur als Drehscheibe zwischen den Kulturen nördlich und südlich des Alpen- hauptkammes. Ein Beitrag zum Spätneolithikum und zur Früh- und Mittelbronzezeit in Nordtirol”

Die Dissertation von Frau Töchterle ist eine exemplarische Arbeit, in der sie die Ergebnisse ihrer Grabungstätigkeit am Kiechlberg bei Thaur in Tirol vorstellt. Sorgfältig beurteilt sie die Schichten an diesem komplexen und ausgesetzten Standort unterhalb des Karwendels. Frau Töchterle hat in bewundernswerter Weise die unterschiedlichen wissenschaftlichen Richtungen zusammengeführt, um ein umfassendes Bild der Situation an diesem Ort während der Kupfer- bis hin zur späten Bronzezeit zu erhalten. Ihren Schlussfolgerungen zufolge war der Kiechlberg in der Zeit zwischen 4200 und 3600 v. Chr. ein Kreuzungspunkt zwischen Nord, Nordwest und Südwest mit eigener kleiner Metallverhüttung. Der Fundort Kiechlberg gibt uns sichere Datierungen zur Kupferzeit in Tirol und erlaubt spannende Einblicke in die damalige Zeit.