Universität Innsbruck

Überblick

Michael Tschuggnall
Die Musik bleibt allgegenwärtig


Fast jeder, der den Beginn des neuen Millenniums bewusst miterlebt hat, wird sich an den Namen Michael Tschuggnall und seinen finalen Auftritt bei Österreichs erster Castingshow „Starmania“ im Jahr 2003 erinnern. Sich selbst am Piano begleitend, konnte sich der damals 21-jährige mit der Eigenkomposition „Tears of Happiness“ gegen seine Konkurrenz durchsetzen und einen Nummer-Eins-Hit in den österreichischen Charts landen. Dass er von vielen Menschen auch noch heute mit Starmania in Verbindung gebracht wird, stört Michael Tschuggnall nicht, er hat die Teilnahme nie bereut. „Es gibt zwar vieles, was ich ganz anders machen würde, aber ich habe extrem viel gelernt und mitgenommen“, resümiert der damalige Shootingstar.

In die Wiege gelegt

Die Liebe zur Musik wurde Michael Tschuggnall und seinen beiden Brüdern in die Wiege gelegt. Beide Eltern sind Musiklehrer und haben das musikalische Talent ihrer Kinder von Anfang an gefördert, sie aber nie dazu gezwungen, ein Instrument zu lernen oder mit ihnen zu musizieren. Tschuggnalls jüngerer und älterer Bruder sind beide als Musiker und Tontechniker tätig. Obwohl Michael Tschuggnall mit ganzer Leidenschaft Musik macht, war ihm von Anfang an ein zweites Standbein wichtig: „Es war für mich immer klar, dass die Musik subjektiv ist. Ich wollte einer Beschäftigung nachgehen, bei der ich mich auf ein fixes Einkommen verlassen kann.“ Schon seit seiner Kindheit begeistert sich Tschuggnall, neben der Musik, für alles, was mit Computern zu tun hat. Deshalb wechselt er nach dem Abschluss der Hauptschule an die HTL in Innsbruck, wo er den gerade neu eingeführten Zweig Wirtschaftsinformatik besucht. Nach der Matura entschließt er sich für ein Studium der Informatik an der Universität Innsbruck.

Kein Teenie-Star

Sein Bachelorstudium muss Michael Tschuggnall aufgrund von Starmania unterbrechen. Nach dem Sieg widmet er seine ganze Zeit und Energie seiner Musikkarriere. Tschuggnall soll als klassischer Teenie-Star vermarktet werden. Der junge Künstler sieht sich aber als Singer-Songwriter und will bei seinem ersten Album so viel wie möglich selber machen. „Ich habe mich nach dem Sieg zu sehr auf die Musik konzentriert. Es wäre aber wichtiger gewesen, kleinen Kindern die Hände zu schütteln“, erklärt Tschuggnall. „Ich hätte damals auch nicht jeden möglichen Auftritt machen sollen, nur um aufzutreten. Ich bin nun einmal ein Singer-Songwriter und so hätte man es auch machen müssen. Ich bin und war kein Teenie-Star“, so Tschuggnall weiter.

Rückkehr zur Informatik

Nachdem sich seine Musikkarriere nicht so entwickelt hat wie erhofft, entscheidet sich Michael Tschuggnall, zurück an die Universität zu gehen und sein Studium fortzusetzen. Die Rückkehr ist schwerer als gedacht: „Ein Informatikstudium fordert ungemein und ich war doch drei, vier Jahre weg. Da brauchte ich ein bisschen Zeit, um wieder hineinzukommen“, erinnert sich Tschuggnall. Der Wiedereinstieg gelingt. Nach dem Bachelor absolviert er ein Master- und anschließend ein Doktoratsstudium und beginnt als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Informatik zu arbeiten. Dort beschäftigt sich Tschuggnall mit dem Themengebiet des maschinellen Lernens und entwickelt gemeinsam mit Forschungskollegen Algorithmen für die automatische Plagiats- und Autorenerkennung von Texten.

Der Musik treu geblieben

Trotz des Wechsels zurück in die Wissenschaft ist Musik für Michael Tschuggnall immer noch enorm wichtig. Zuhause in Telfs hat er sich mit der Hilfe seines Bruders ein kleines Studio eingerichtet, in dem er weiterhin seine eigenen Lieder aufnimmt. Mehr als 60 Demotapes sind so in den letzten Jahren entstanden, die Tschuggnall vielleicht in Zukunft doch noch veröffentlichen wird. Durch ein neues Projekt kann er auch seine Forschung und Liebe zur Musik verbinden: „Es gibt Regeln der ‚guten’ Komposition und diese kann man natürlich auch einem Programm beibringen. Wenn die Maschine versteht, was eine gute Komposition ausmacht, kann man ihr auch sagen, dass sie selbst Musik komponieren soll“, erzählt Michael Tschuggnall freudig, während er beginnt über die spannenden Anwendungsgebiete dieser Entwicklung zu sprechen, die unseren Musikkonsum in Zukunft entscheidend verändern könnten.

(Autor: Daniel Schreier)

Steckbrief

Michael TschuggnallFotos: Axel Springer

Name

Michael Tschuggnall, PhD

Funktion

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Informatik

An der Uni seit

2011

Wohnort

Telfs

Herkunft

Telfs

 


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