Universität Innsbruck

Überblick

Martina Imhiavan
Körper, Geist und grüner Daumen


Fast wäre Martina Imhiavan Friedhofsgärtnerin geworden. Sie hatte schon die Zusage für eine Lehrstelle, hat sich dann aber doch lieber im Jahr darauf beim Botanischen Garten beworben. Ein Glücksfall: „Der Botanische Garten ist einfach mit keiner Gärtnerei vergleichbar“, schwärmt sie. „Wir haben hier tausende von Pflanzen und sechs unterschiedlichen Pflanzenquartiere, die eine große Vielfalt bringen, und auch die enge Zusammenarbeit mit der Wissenschaft ist etwas ganz Besonderes.“

Die Liebe zur Natur und Unabhängigkeit

Zum Gärtnern gekommen ist sie durch ihre Liebe zur Natur – und ihren Wunsch nach Unabhängigkeit. „Ich habe zweimal die erste Oberstufe besucht, aber ich wollte irgendwann Geld verdienen, damit ich tun kann, was ich will.“ Im Anschluss an die Lehre war Imhiavan für zwei Jahre in Karenz und noch eine Weile bei einem anderen Betrieb, bis eine Stelle im Botanischen Garten frei wurde.

Zu Imhiavans Aufgaben gehören neben der klassischen Pflanzenpflege und -aufzucht auch das Vorbereiten von Sonderausstellungen, die Lehrlingsausbildung, Arbeiten mit Bagger und Motorsäge sowie die Pflege der umfangreichen Datenbank des Institutes. Der körperliche Aspekt der Arbeit ist dem Energiebündel besonders wichtig: „Im Winter bin ich immer für knappe drei Monate Schreibtischtäterin, da werde ich richtig unruhig, weil mir das Körperliche abgeht. Da fehlt die Balance von Körper und Geist.“ Dieser Bewegungsmangel lasse sich nicht einmal mit Schifahren ausgleichen.

Gärtnerinnenherz schlägt für Überlebenskünstler

„Mein Lieblingsplatz ist der Alpengarten am Patscherkofel, da muss ich gar nicht lange überlegen“, erzählt sie mit leuchtenden Augen. Ihr Gärtnerherz schlägt besonders für Überlebenskünstler wie Alpinpflanzen, und wenn sie über den Alpengarten spricht, wird ihr Lächeln noch einmal breiter. Im Sommer fährt sie wöchentlich hinauf, um sich um die Pflanzen und das Gelände zu kümmern. Bis in die 1970er hat der zuständige Gärtner ganzjährig am Patscherkofel gewohnt, wovon man bis heute Spuren findet: Pflanzen, die der Gärtner von Reisen mitgerbacht hat, Dosen, die damals statt Töpfen benutzt wurden, und alte, rostige Etiketten. „Das ist schon toll, wenn man da immer wieder Relikte findet. Und es ist so schön ruhig da oben. Ich bin ja selber so laut, da passt das sehr gut!“, lacht sie.

Singend und summend bei der Arbeit

Imhiavans zweite große Leidenschaft ist die Musik, weshalb es auch mal vorkommt, dass sie singend und summend durch die Gewächshäuser spaziert. „Wir haben mit zehn die erste Band gehabt mit den Pfadfindern, Little Power“, erzählt sie lachend von ihren musikalischen Anfängen. Wenn sie nicht singt, findet man sie in ihrer Freizeit meistens am Berg beim Wandern, Klettern oder Schifahren. Und natürlich im eigenen kleinen Garten mit Gemüse, Kräutern und einem Mini-Alpinum samt selbstgezogenen Bonsai-Bäumen: „Ich könnte auf Wohnfläche verzichten, aber nicht auf einen eigenen Garten.“

(Autorin: Lisa Maria Schwarzenauer)

Steckbrief

Martina Imhiavan
Fotos: Axel Springer

Name

Martina Imhiavan

Funktion

Gärtnerin im Botanischen Garten

An der Uni seit

2003

Wohnort

Zirl

Herkunft

Zirl

 


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