Universität Innsbruck

Überblick

Gundula Schwinghammer
Das Bild vor den Augen


In Leipzig angekommen, konnte Gundula Schwinghammer, die gebürtige Bayerin, der Stadt nichts abgewinnen. Sie hatte gerade erst Abitur gemacht und wollte ihr Studium beginnen, allerdings eigentlich nicht so weit weg von ihrem Heimatdorf, wo sie „eine gut behütete und glückliche Kindheit“ verbracht hatte. Schnell war ihr klar, dass es zurück in die Berge gehen müsste. Und so landete sie schlussendlich in Innsbruck. Tirol war keine 100 Kilometer von ihrer Heimat entfernt. „Landschaftlich ist es Oberbayern sehr ähnlich, ebenso beim Dialekt oder in der Mentalität“, sagt Schwinghammer. Hier entschied sie auch, ihr Medizinstudium abzubrechen. Studieren wollte sie auf jeden Fall – aber halt etwas, das sie interessierte. Sie erinnerte sich, dass sie als Schülerin immer von alten Kulturen fasziniert gewesen war, von alten Persern, Assyrern, von Mesopotamien und sie dachte auch „ein bisschen an Indiana Jones“, gibt Gundula Schwinghammer heute lachend zu. Also wechselte sie aufs Institut für Klassische Archäologie und begann ein Archäologiestudium. „Eine goldrichtige Entscheidung“, sagt die Bayerin heute.

Auf zur Jagd

„Wenn ich heute zurückdenke, war es vor allem meine Zielstrebigkeit, die mich auf Kurs gehalten hat“, erklärt Schwinghammer. Nachdem sie sich nämlich bewusst entschieden hatte, nach Innsbruck zu kommen und hier vom Medizin- zum Archäologiestudium zu wechseln, nahm sie einige Semester später auch Altorientalistik dazu und beschäftigte sich fortan mit Machtansprüchen in der Antike, der Kommunikation von Macht im alten Persien und lernte alte Sprachen – alles Dinge, die sie leidenschaftlich interessierten. Ein Thema erschien der Studentin damals besonders interessant: Jagd in der Antike. Zunächst war es nur eine Seminararbeit, dann ein Vortrag bei einer Konferenz und später, als sie promoviert hatte und selbst am Institut als Dozentin tätig war, hielt sie sogar eine Vorlesung zum Thema. „Zwangsläufig fing ich an, mich mit der Jagd in der heutigen Zeit zu beschäftigen und fand es sehr spannend.“

Viel mehr als gedacht

„Wieso eigentlich nicht?“, dachte sich Gundula Schwinghammer. Das Thema Jagd ließ sie schließlich seit Jahren nicht los und sie überlegte sich ernsthaft den Jagdschein in Bayern zu machen und sich intensiver für den Jagdverband zu engagieren: „Was mich mit der Zeit immer mehr beschäftigte, war das schlechte Bild der Jägerinnen und Jäger in der Gesellschaft, das ich gar nicht mehr nachvollziehen konnte“, erklärt Schwinghammer. Sie entschied sich, ehrenamtlich in der Öffentlichkeitsarbeit des Jagdverbands Bayern tätig zu werden und das Jägerinnen- und Jägerbild wieder ins rechte Licht zu rücken: „Viele glauben ja, dass wir nur Tiere erlegen. Dem ist aber nicht so.“ Zu den Aufgaben von Jägern zähle auch die Hege und Pflege der Wildtiere, das Anlegen von Wildäckern, die Bepflanzung von weiteren Waldgebieten und vieles mehr. Die Arbeit im Verband und die Jagd nehme so viel Zeit in Anspruch, dass für weitere Hobbys nichts mehr übrigbliebe, erklärt sie. Schließlich arbeitet sie immer noch auf der Uni, aber nicht mehr als Altorientalistin.

Erneuter Wechsel

Nach einer, wie sie sagt, „sehr wertvollen Zeit“ am Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik wechselte Gundula Schwinghammer ins Forschungs-Vizerektorat der Universität – Bereich Forschungsförderung. „Wir sind eine wichtige Anlaufstelle beispielsweise bei Stipendienausschreibungen und bei Verteilung von Fördermitteln“, erklärt Schwinghammer. Bei ihrer Arbeit hat sie stets direkten Kontakt hauptsächlich zu den Studierenden und genau das gefällt ihr: „Viele wissen nicht, wie sie bei der Antragsstellung genau vorgehen sollen und bekommen bei mir einen Termin, bei dem alle offenen Fragen geklärt werden.“ Ihr Büro befindet sich im ersten Stock des Hauptgebäudes der Uni. „Ich wollte hier schon lange arbeiten“, meint die Altorientalistin, „denn, wenn man sich eine Universität vorstellt, sieht das Bild vor den Augen in etwa so aus.“

(Autor: Haris Kovacevic)

Steckbrief

Gundula Schwinghammer
Fotos: Franz Oss

Name

MMag. Dr. Gundula Schwinghammer

Funktion

Beauftragte für Forschungsförderung am Vizerektorat für Forschung

An der Uni seit

2006

Wohnort

Natters

Herkunft

Starnberg, Bayern

 


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