Universität Innsbruck

Überblick

Barbara Votik
Glückliche Zufälle


Es sieht unglaublich einfach aus, wenn Barbara Votik in ihrer Werkstatt im Centrum für Chemie und Biomedizin (CCB) über einem Tischbrenner Glasrohre in filigrane Kugeln und andere Formen bläst. Nach mehr als 30 Jahren Berufserfahrung passieren alle Handgriffe so fließend und sicher, dass man als Zuseher nur staunen kann.

Interesse an neuen und individuellen Lösungen

Die gebürtige Niederösterreicherin ist seit fast zwei Jahren als einzige Glasapparatebauerin der Universität für die Reparatur, Fertigung und Entwicklung von wissenschaftlichen Glas-Apparaturen zuständig. Dabei freut Votik sich immer besonders, wenn jemand mit einer Anfrage kommt, wo sie tüfteln und eine völlig neue, individuelle Lösung entwickeln muss. Ein Highlight ist auch der Glasbearbeitungs-Workshop, den sie einmal pro Semester im Rahmen eines kleinen Lehrauftrages für Studierende anbietet: „Das ist einfach super. Die Studierenden bringen richtig frischen Wind in den Alltag.“

Auch in der Freizeit oft in der eigenen Wekstätte

Zur Glasbearbeitung ist Votik durch Zufall gekommen: „In meiner Familie haben immer alle ein Handwerk gelernt, von Hutmacherin bis Maschinenschlosser hat es alles gegeben. Meine Schwester hat dann den Bereich Keramik abgedeckt, da hat es geheißen, wieso machst du nicht was mit Glas?“, erzählt sie. An der Glasfachschule in Kramsach hat sie sich dann spontan für den Fachbereich Glasbläserei und Glasapparatebau entschieden, weil sich sonst keiner dafür gemeldet hat. Das hat sich als absoluter Glückstreffer herausgestellt: Bis heute macht ihr die Glasbläserei solchen Spaß, dass die Wahl-Tirolerin auch in ihrer Freizeit oft in ihrer privaten Werkstätte zu finden ist.

Sobald es draußen warm genug ist, verbringt Votik aber am liebsten Zeit in ihrem Garten. „Es ist schön, wenn man sieht, wie etwas gedeiht“, begründet sie ihre Begeisterung. Besonders spannend sei die Frage, wie man dem Garten eine Struktur geben kann, damit alles richtig zur Geltung kommt und keine Pflanze untergeht. „Und es ist einfach entspannend, wenn man da ein bisschen herumzupfen kann“, lacht die Hobby-Gärtnerin.

Entdeckungslust hat sie schon um die halbe Welt geführt

Eine weitere große Leidenschaft ist das Reisen. Im Moment komme das aufgrund der Arbeit leider ein wenig zu kurz, aber ihre Entdeckungslust hat Votik schon um die halbe Welt geführt. Besonders die Atherton Tablelands in Australien haben es ihr angetan – hier könnte sie sich sogar vorstellen, irgendwann einmal sesshaft zu werden. Obwohl sie schon viel herumgekommen ist, habe sie aber immer noch erst einen Bruchteil all der Orte besucht, die sie gerne sehen will, erzählt die Glasbläserin: „Es gibt so viel zu entdecken, aber man muss immer schauen, was sich realisieren lässt. Südamerika wäre zum Beispiel toll, aber politisch ist es dort zu kritisch zurzeit.“ Im Sommer soll es stattdessen das erste Mal nach Japan gehen: „Ich sehe immer wieder Berichte von japanischen Handwerkern, das sind Perfektionisten bis ins letzte Detail, und das würde ich mir gerne mal anschauen.“

(Autorin: Lisa Schwarzenauer)

Steckbrief

Barbara Votik
Fotos: Axel Springer

Name

Barbara Votik

Funktion

Glasapparatebauerin

An der Uni seit

2017

Wohnort

Obsteig

Herkunft

Gumpoldskirchen

 


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