Universität Innsbruck

Überblick

Adolf Sandbichler
Der Zellenflüsterer


Adolf Sandbichler beschäftigt sich mit Zellphysiologie, also der Frage wie tierische Zellen funktionieren. Dabei hat er sich auf Messungen innerhalb von lebenden Zellen spezialisiert. „Wir können zum Beispiel nicht-invasive Sauerstoffradikale in der lebenden Zelle messen", erklärt Sandbichler. Ihn interessiert dabei vor allem die zelluläre Reaktion und die Anpassung auf Umweltveränderungen, hervorgerufen beispielsweise durch Sauerstoffmangel oder Veränderungen im Tag-Nacht-Rhythmus. "Viele der zellulären Reaktionen basieren auf Anpassungen im Stoffwechsel. Deshalb habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit den biochemischen Vorgängen des Metabolismus auseinandergesetzt", erzählt der Forscher. Dieser Fokus findet nun auch in Form einer institutsübergreifenden Kooperation innerhalb der Universität seinen Ausdruck, dem „Metabolic Analysis Cluster Innsbruck", kurz MACI. Sandbichler dazu: „Im MACI werden moderne metabolische Messverfahren und Know-How gebündelt und ausgetauscht“.

Zukunftsweisend

Sandbichlers Faszination für die Biologie hat sich bereits mit 14 Jahren gezeigt: damals errichtete die Familie einen Gartenteich, der bald von Libellen besiedelt wurde. Das weckte sein Interesse an der Biologie. Nach seiner Matura am Gymnasium in Wörgl fing er sein Biologiestudium in Innsbruck an: „Es war die beste Zeit überhaupt“, erklärt Sandbichler, als er sich an seine Studienzeit erinnert. Seiner erfolgreichen Masterarbeit konnte er eine Dissertation anhängen und wurde in der Folge auch wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zoologie. Dort betreut der Zellbiologe unter anderem auch die Laser Scanning Mikroskopie in Forschung und Lehre. Verschiedene Fortbildungsaufenthalte im Ausland, zuletzt 2018 an der ETH Zürich, bilden dafür die Basis.

Herzensangelegenheit

Neben seiner Tätigkeit in der Forschung ist der Biologe auch Behindertenvertrauensperson für das wissenschaftliche Personal – eine Arbeit, die ihm sehr am Herzen liegt und bei der er schon viele große und kleine, aber jedenfalls sehr wichtige Erfolge verzeichnen konnte. Zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen gelang es ihm, ein Stipendium für PhD-Studierende mit Behinderung auf die Beine zu stellen. Dieses Programm, finanziert durch die Universität Innsbruck, gewann im Dezember 2018 den hochdotierten DIVERSITAS-Preis der Republik Österreich und soll in ähnlicher Form in Zukunft an weiteren Unis des Landes eingeführt werden.

Direktes Feedback

Was ihm aber als wissenschaftlichem Mitarbeiter mindestens gleich viel bedeutet wie seine Forschung, ist seine Tätigkeit als Dozent: „Mir ist es sehr wichtig, mein Wissen zu teilen und die Studentinnen und Studenten für die Sache zu begeistern. Das ist auch deswegen cool, weil ich immer unmittelbar Feedback bekomme. Das ist einem beim Forschen nicht immer vergönnt.“ An den Wochenenden geht er gerne in seine Werkstatt. Dort drechselt und tischlert er: „Das ist auf jeden Fall ein guter Ausgleich für die Arbeit vor dem Computer und dem Mikroskop, da sieht man sofort was man gemacht hat“, erklärt der Biologe.


Steckbrief

Adolf Sandbichler
Fotos: Axel Springer

Name

Mag. Dr. Adolf Sandbichler

Funktion

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zoologie und Behindertenvertrauensperson für das wissenschaftliche Personal

An der Uni seit

2009

Wohnort

Innsbruck

Herkunft

Kundl

 


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