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| Datum / Uhrzeit: | 18. Oktober 2011, 19.00 Uhr |
| Veranstaltungsort: | Congress Innsbruck, Saal Tirol (1. OG) |
Wir dürfen Sie herzlich zum Eröffnungsabend des 31. Österreichischen Bibliothekartages am
Dienstag, 18. Oktober 2011, in den Congress Innsbruck einladen.
Neben Grußworten der Veranstalter, der Verbände und politischer VertreterInnen erwartet Sie ein interessanter Festvortrag, sowie die Ehrung besonders verdienter KollegInnen im Bibliothekswesen und die Verleihung des Förderpreises.
Im Anschluss wird die Firmenausstellung, die sich über zwei Etagen im Congress Innsbruck erstreckt, eröffnet. Bei kleinen Häppchen und Getränken ist ein Austausch und Kennenlernen unter KollegInnen möglich.

In Zeiten in denen Informationen materielle Träger benötigten waren Bibliotheken Hüter und Zensoren des Wissens zugleich. Der Bibliothekar definierte, was aufbewahrt wurde und damit würdig zum Erhalt für künftige Generationen war und wer Zugang zum gesammelten Wissen erhielt. Bibliotheken waren Kristallisationspunkt und Treiber gesellschaftspolitischer Prozesse.
Sie waren damit aber auch angreifbar, Brände, Fäulnis, Kriegswirren oder schlicht Finanzmangel führten immer wieder zum Verlust ganzer Bibliotheken.
Diese Rolle des Torwächters zum Wissen hat die Bibliothek längst verloren.
Mit der Entwicklung elektronischer Datenbanken mutierte ab den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts der Bibliothekar zum Informationsvermittler. Die Anhäufung von Dokumenten trat zugunsten der - meist elektronischen - Vermittlung von Informationen in den Hintergrund. Die zugängliche Menge an Information wuchs beträchtlich, Information wurde gleichzeitig unabhängiger vom materiellen Träger.
Nur knapp 50 Jahre nach diesem Paradigmenwechsel droht das Ende der Vermittlertätigkeit. Informationshüter und Informationsvermittler setzen ein Wissensgefälle voraus. Jemand, der Wissen hat will es an andere weiter geben, der Bibliothekar vermittelt. Im Web2.0 verschwinden die Grenzen von Informationsproduzenten und -konsumenten. Jeder kann über alles alles schreiben. Konservativ geschätzt werden auf diese Weise 60.000 Jahre Inhalt produziert, tagtäglich. Es würde 60.000 Jahre benötigen um die täglich Online gestellten Inhalte auch nur oberflächlich zur Kenntnis zu nehmen. Banales findet sich neben Orignellem, Geheimes neben Öffentlichem, Privates neben Politischem, Tratsch neben Wissenschaftlichem.
Früher galt, ein mehr an Informationskanälen ist ein mehr an Informationsfreiheit. Dies ist heute fundamental in Frage gestellt. Das Online-Universum erlaubt es jedem, seine eigene Welt zu bauen. Niemand muss sich mehr mit fremden Positionen auseinandersetzen, er bleibt in seiner eigenen Welt. Special Interest - Formate gewinnen an Bedeutung und schotten den Benutzer gleichzeitig von fremder, unerwünschter Information ab. Jeder Teilnehmer wird zur Wissensmonade.
Dies fordert von Bibliotheken Neuorientierung. Weder das Behüten, noch das Vermitteln von Information wird ihre zukünftige Rolle bestimmen, sondern die eines Informationsmediators. Medien- und Informationskritik werden ihre zentralen Aufgaben. Den Seglern im Meer des Contents Werkzeuge zur Navigation bereit zu stellen, Wissen weiter zu geben, wie Sinn und Unsinn erkannt werden kann, Informationsabschottungen zu durchbrechen und Offenheit für fremde Standpunkte erzeugen, das werden die neuen Herausforderungen einer Bibliothek der Zukunft sein.