Dr. Otto Seibert-Preise verliehen

Am Mittwoch wurden die Dr. Otto-Seibert-Preise an junge Forschende der Universität Innsbruck verliehen. Die Chemikerin Mag. Gudrun Spitzer und die Juristin Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Verena Murschetz wurden für herausragende Forschungsleistungen mit dem diesjährigen Dr. Otto Seibert Wissenschaftsförderungspreis ausgezeichnet. Außerdem wurden zwei Anerkennungspreise sowie drei Publikationsförderungen vergeben.

 

„Stiftungen sind sehr wichtig, weil sie es der Universität ermöglichen, junge Nachwuchswissenschaftler zu fördern und zwar an einem Punkt, der für die jeweilige Laufbahn sehr wichtig ist“, betonte Prof. Tilmann Märk, Vizerektor für Forschung an der Universität Innsbruck bei der feierlichen Verleihung der vom Arzt Dr. Otto Seibert gestifteten Preise.

Zwei Wissenschaftlerinnen wurden in diesem Jahr mit dem Dr. Otto Seibert Wissenschaftsförderungspreis ausgezeichnet: Gudrun Spitzer (geb. 1980 in Innsbruck) vom Institut für Allgemeine, Anorganische und Theoretische Chemie beschäftigte sich in der nun ausgezeichneten Arbeit mit der DNS, der Trägerin der Erbinformation. Moleküle, die an eine bestimmte Struktur der DNS – die kleine Furche – binden, können die Regulation der Gene beeinflussen, was wiederum für die Therapie von Erkrankungen von Interesse ist. Gudrun Spitzer hat mit ihrem Team einen Ansatz entwickelt, mit dem die Besonderheiten der kleinen Furche beschrieben werden können. Dies ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu virtuellen Screening-Experimenten, mit denen Moleküle gefunden werden sollen, von denen noch nicht bekannt ist, dass sie an die DNS binden können.

Mit der Vereinfachung von Auslieferungsverfahren hat sich die zweite Preisträgerin, die Juristin Verena Murschetz (geb. 1970 in Innsbruck) beschäftigt. Da das Zusammenwachsen Europas und der Abbau der Landesgrenzen auch den freien Verkehr der Kriminalität erleichtert, ist die Auslieferung ein notwendiges Instrument der Strafrechtspflege. Murschetz stellte in ihrer Arbeit die materiellen Grundprinzipien des kontinentalen und anglo-amerikanischen Auslieferungsrechts jenen des Rahmenbeschlusses über den Europäischen Haftbefehl und des österreichischen Umsetzungsgesetzes gegenüber. Der Dr. Otto Seibert Wissenschaftspreis geht nach dem Willen des Stifters jedes Jahr an Forschende aus den Fachbereichen Rechtswissenschaften und Naturwissenschaften. In diesem Jahr ist der Preis mit jeweils 2.300 Euro dotiert.

 

Förderung wissenschaftlicher Veröffentlichungen

Aufgrund der hohen Qualität der eingereichten Arbeiten verlieh die Jury außerdem zwei Anerkennungspreise an den Pharmakologen Mag. Dr. Patrik Muigg und den Ionenphysiker Mag. Dr. Armin Wisthaler. Die Dr. Otto Seibert-Preise zur Förderung wissenschaftlicher Publikationen gingen an Mag. Dr. Kristina Stöckl vom Institut für Systematische Theologie und dem Forschungsplattform Weltordnung – Religion – Gewalt, an Mag. Dr. Christine Konecny vom Institut für Romanistik und an Mag. Dr. Kordula Schnegg vom Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik.

 

Der Stifter Otto Seibert

Der Stifter Dr. Otto Seibert (geb. 1902) war ein deutscher Arzt. Bei einer Bergwanderung in Südtirol überanstrengte sich der Mediziner. Der damalige Vizebürgermeister der Gemeinde Klobenstein, Dr. Hans Gamper, der zufällig in der Nähe war, brachte Seibert in das nächstgelegene Krankenhaus. Seinem Helfer zutiefst dankbar gebar Dr. Seibert die Idee, eine Stiftung für Südtiroler Studierende einzurichten. Otto Seibert verstarb im Jahr 1988. Der Arzt stiftete den Wissenschaftsförderungspreis, den Preis zur Förderung gesellschaftlich Benachteiligter, den Preis zur Förderung wissenschaftlicher Publikationen sowie Stipendien für Südtiroler Studierende.

 

Rückfragehinweis:

Mag. Uwe Steger
Büro für Öffentlichkeitsarbeit und Kulturservice
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