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| Freitag, 19. Jänner 2007, 20 Uhr Literaturhaus am Inn
Bei Weblogs handelt es sich um Internetseiten, die regelmäßig aktualisiert werden und dem Tagebuch bzw. einer Zeit-Schrift ähneln. Der Begriff Blog ist eine Verkürzung des Wortes Weblog, das von Web für Internet und Log von Logbuch kommt. Es handelt sich dabei um eine Internetseite, die im Idealfall täglich aktualisiert wird. Ein Blog besteht aus Einträgen, die meist mit einem Datum und der Uhrzeit versehen sind, der aktuellste steht ganz oben auf der Startseite. Der Autor eines Blogs, der Blogger also, schreibt unter einem Pseudonym Texte. In diese Texte bindet er im Regelfall Bild- und Tondateien ein, aber auch kurze Videofilme. Was aber das Weblog aber ausmacht, sind Verlinkungen zu anderen Internetseiten und zu anderen Blogs. Jeder Blogschreiber ist automatisch auch Blogleser. Durch diese Links hat sich eine Art Netz im Netz entwickelt - die Blogosphäre. Dem Leser ist es möglich, mit Hilfe einer Eingabemaske die Einträge zu kommentieren, er schreibt also aktiv am Weblog mit und kommuniziert mit dem Schreiber. Immer mehr Literaturschaffende benützen das Weblog als Medium, um ihre Texte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Buch "Blogs - Literarische Aspekte eines neuen Mediums. Eine Analyse am Beispiel des Weblogs Miagolare"wurde versucht, das Phänomen aufzuschlüsseln und literarische Aspekte zu erarbeiten. Die vorlesenden Blogger: assotsiationsklimbim: Seit Frühjahr 2004 ist "assotsiationsklimbim" im Netz zu finden. Einer seiner Vorbilder ist Rainald Goetz, der als einer der Ersten ein Blog namens "Abfall für alle", das später als Buch veröffentlicht wurde, führte. Assotsiationsklimbims Blog trägt den Untertitel "Weblog für pop, schmerzen und twenage angst". So gestaltet sich auch sein Blog. Pop ist die Welt, die das Assotsiationsklimbim umgibt, dazu gehören die Medien, die Menschen und die Literatur. Schmerzen, Gefühle, Geburt, Leben und Tod gehören zu dieser Welt dazu und unter twenage Angst versteht Assotsiationsklimbim seine Lebenssituation als weißer, männlicher Student der Literaturwissenschaft und Sohn gebildeter reicher, weißer Eltern. Neben Einträgen, die sich um dieses Leben drehen, nützt "Assotsiationsklimbim" sein Blog als Arbeitsinstrument und Rohstoffquelle für literarische Texte. Zu finden unter: http://assotsiationsklimbim.twoday.net/ Taratorka: Seit April 2005 ist das Blog von "Taratorka"online. Taratorka ist russisch und bedeutet in etwa "Quasselstrippe" oder "Plappermaul". Der schön klingende Name ist in Taratorkas Blog aber das Einzige, das sich mit Russland verbinden lässt. Für Taratorka ist der Reiz des Weblogs die Regelfreiheit. Es gibt keine Regeln im Blog, es sei denn man konstruiert selbst welche. Taratorka bloggt aus Schreiblust und verwendet das Weblog als eine Art "black box". Subjektiv, manchmal auch fiktiv gestaltete Texte über bestimmte Lebensausschnitte finden ihren Platz im Taratorka-Blog, wo Raum für Diskussion und Reflexion ist. Zu finden unter: http://taratorka.twoday.net Die Konsumkinder: Die Konsumkinder stellen das schizophrene Ich eines Bloggers dar. Ihm gefällt es, in seinem Blog, gleich mehrere Leute zu konstruieren und auftreten zu lassen. Das Besondere am Bloggen ist für ihn, dass alles, was im Blog verfasst wird, eigentlich überall gelesen werden kann. Die "Konsumkinder" sind seit Mitte 2005 online. Zu finden unter: http://www.konsumkinder.at Thomas Schafferer: Thomas Schafferer ist in der Tiroler Literaturszene kein Unbekannter. Er bloggt seit Mai 2005 unter seinem richtigen Namen und zwar mit Konzept. 2005 startete er sein 1. Projekt "2005 stunden im Netz", ein literarisches Blog, das genau 2005 stunden existierte. Sein zweites Projekt "Schafferer in Rom" dokumentierte seinen Rom-Aufenthalt, den er im Rahme eines Projekts absolvierte. Es ging um persönliche Eindrücke, um einen Blick hinter die Kulissen. Thomas Schafferer nützt die virtuelle Öffentlichkeit des Blogs um seine künstlerische Arbeit darzustellen Zu finden unter: http://rock.twoday.net Limevalley und Boombaye: Das Bloggerduo gibt es seit 5 Monaten, seit sich die WG der beiden Bloggerinnen aufgelöst hat. Seitdem haben sie sich ein virtuelles Wohnzimmer geschaffen, in dem das Leben diskutiert wird und auch der eine oder andere literarisch gestaltete Beitrag seinen Platz findet. Zu finden unter: http://limevalley.twoday.net/ Jurij M. Lotman: Das Lotman-Blog ist seit November 2003 online. Bloggen bedeutet für ihn "sich selbst zu objektivieren"und zwar "in einem prinzipiell öffentlichen Raum" "in einer Schrift, die definitiv ist". Er will sich selbst "in die Existenz schreiben". Jurij M. Lotman schreibt für einen rein fiktiven Resonanzraum von "geistesverwandten". Da er sich selbst eher isoliert fühlt, sind es bestimmte Momente der Geistesverwandtschaft, die ihm der Austausch mit anderen im Weblog bringt. Zu finden unter: http://lotman.twoday.net Tscheburaschka: Auch dieses Pseudonym kommt aus Russland. Tscheburaschka ist ein russisches Plüschtier, das auch in Romanen und Filmen mitspielt. Von der Schönheit des Plüschtiers fasziniert und angeregt, wurde das Tscheburaschka-Blog Ende Juni 2004 geboren. Das Tscheburaschka-Weblog ist eine Art Abstellkammer und Gedächtnisstütze. Tscheburaschka beschreibt "Teilchen aus ihrem Leben, die sie an bestimmte Situationen erinnern. Meist ist dieses "Teilchen" nur ein einziges wichtiges Wort, um das herum dann der Blogeintrag verfasst wird. Viele solche Einträge sind aus üblen Stimmungen, Launen oder anderen Gefühlen heraus entstanden. Manchmal, so Tscheburaschka, blogge sie einfach nur, um das Gefühl zu haben, wenigstens ein bisschen produktiv gewesen zu sein. An ihren Einträgen fällt auf, dass sie gerne mit der Sprache spielt, ob das gleich Literatur ist, will die manchmal blogsüchtige Tscheburaschka aber nicht beurteilen: Zu finden unter: http://tscheburaschka.twoday.net Brainfarts: Das Brainfarts-Blog gibt es seit 2000 im Netz. Er bloggt um Wissen und Erfahrungen weiterzugeben. Bei ihm spielt seine reale Rolle im Leben in das Blog hinein. Die letzten drei Jahre verbrachte "brainfarts" nämlich im Rettungsdienst. In seinem Blog will er weitergeben, wie es Menschen in Notsituationen ergeht. Der größte Reiz am Weblog stellen für ihn die Kontakte dar, die sich das Bloggen ergeben. Hier kann er sich mit Gleichgesinnten aus aller Welt austauschen. In einem Weblog geht es ihm vor allem um die persönlichen Erfahrungen und Meinungen des Bloggers. Zu finden unter: http://www.brainfarts.de/ Fex: Das "eicherne Horn", ein nicht verniedlichtes Eichhörnchen, ist seit 13 Monaten online. Angefangen hat das "eicherne Horn"oder unter Insidern auch "Fex" genannt, weil es ein "interessantes und neues Gefühl war, so, öffentlich "zu sein". Im Blog geht es sicher in erster Linie um Selbstdarstellung, meint Fex, aber auch um einen Austausch. Für sie ist das Blog auch eine Möglichkeit "Lebensfetzen zu archivieren". Ihr Blog hat auf jeden Fall etwas Literarisches und da liegt für "das eicherne Horn" die Unterscheidung zum Tagebuch. Zu finden unter: http://fex.twoday.net Creekpeople: Seit 25 Monaten ist das Creekpeople-Ressort im Internet beheimatet. Creekpeople kommt von dem amerikanischen Indie-Label Saddle Creek. Das Creekpeople-Ressort soll ein "offenes Blog für alles" sein. So findet man in seinem Blog alles, angefangen von literarischen Texten, die zum Download bereitgestellt werden bis zu Buch- und Musikkritiken oder Veranstaltungsankündigungen. "We are ugly, but we have the music", so der Untertitel des Blogs, das sich an Menschen richtet, welche die uns umgebende Marken- und Populärwelt im Spiegel eines neuen Mediums begreifen, verstehen und kommentieren wollen. Zu finden unter: http://creekpeople.twoday.net |
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