Abb. 1: Ellbögen, ehemalige Schmiede
Das Thema der Diplomarbeit behandelt „Die Salzstraße von Hall
in Tirol über Ellbögen bis Matrei am Brenner“. Diese Diplomarbeit
war gleichzeitig ein Auftragswerk der Gemeinde Ellbögen, ein Museumskonzept
zu diesem Thema zu erstellen. Dabei musste ich neben der wissenschaftlichen
Grundlagenarbeit auch Ausstellungsstücke für dieses Museum organisieren,
weshalb die Arbeit in zwei Teile gliedert ist:
Band I „Kulturgeschichte zur Salzstraße“
Band II „Die Salzstraße – Ein Museumskonzept“.
Kulturgeschichte zur Salzstraße
Die „Salzstraße“ verdankt ihren Namen ihrem ehemaligen Handelsgut
Salz, das im Mittelalter auf dieser Straße befördert wurde.
Dieser Weg von Hall in Tirol über die Gemeinden Ampass, Aldrans, Lans,
Patsch, Ellbögen und Pfons an der östlichen Talseite des Wipptals
bis nach Matrei a. Brenner, machte es möglich, das in Hall in Tirol
abgebaute Salz auf kürzestem Weg bis nach Italien zu transportieren.
Wegen seiner Eigenschaften wurde das Salz sehr vielfältig verwendet:
es diente als Konservierungsmittel und wurde für medizinische Zwecke
ebenso wie in der Religion und im Brauchtum eingesetzt. Nicht zuletzt war
das Salz für die Haller Kaufleute von unschätzbarem Wert, weshalb
es im Volksmund auch das „Weiße Gold“ genannt wurde.
Vor allem die an der Salzstraße gelegenen Orte verdanken ihren
Reichtum unter anderem der Salzstraße.
Der im Laufe der Zeit immer größer werdende Salztransport
hatte zur Folge, dass sich neue Berufsgruppen bildeten, deren Aufgabenbereich
im Warentransport lag. Die Bauern konnten sich neben ihrer Arbeit am Hof
durch das Transportwesen einen Nebenverdienst erwerben, wodurch sie zu
einem bescheidenen Wohlstand gelangten. Ebenso ließen sich verschiedenste
Handwerker wie beispielsweise Sattler und Schmiede in den Orten an der
Salzstraße nieder, denn sie fanden dort durch das rege Transportwesen
stets Arbeit. Genauso wichtig waren auch die Wirtshäuser, in welche
die Fuhrwerksleute oft und gerne einkehrten.
Neben der Bedeutung der Salzstraße, deren Hauptgewicht auf
wirtschaftlichem Gebiet lag, darf man jedoch den damit verbundenen kulturellen
Reichtum nicht vergessen, der sich bis heute sehr vielfältig in den
Ortschaften erhalten hat.
Prächtig ausgeschmückte Kirchen, Ansitze und beeindruckende
Bauernhöfe konnten unter anderem auch durch den Salztransport entstehen,
von dem die Leute über etwa 500 Jahre profitierten (Abb. 1).
Die „Salzstraße“ erschließt aber auch vor dem Hochmittelalter
eine große geschichtliche Vergangenheit. Auf dieser Straße
zogen schon verschiedenste Völkergruppen wie die Bajuwaren oder die
Langobarden nach Süden (Abb. 2).
Abb.2: Aldrans, Scheibenknaufschwert; Urnenfelderzeit, L 67,5 cm
Funde aus der Urgeschichte und der Römerzeit zeigen, dass die
Orte entlang der Salzstraße schon lange vor dieser bestanden haben
(Abb. 3 - 5).
Der Mensch als Träger und Urheber einer Kultur wurde nicht
zuletzt auch von den geologischen und klimatischen Einflüssen geprägt,
die ihn wesentlich in seinem Siedlungsverhalten beeinflusst haben.
Abb. 3: Römischer Meilenstein in der Kirche
St. Kathrein bei Matrei am Brenner
In der vorliegenden Arbeit werden die eben genannten Bereiche der Kunst, Kultur und Geschichte im Zusammenhang mit der Salzstraße und der an dieser Straße gelegenen Ortschaften ausführlich behandelt.
Abb. 4: Münze des Probus
Die Salzstraße - Ein Museumskonzept
Das Museumskonzept beinhaltet eine Kurzfassung der historischen
Grundlagen in Zusammenhang mit der Salzstraße. Darüber hinaus
sind Vorschläge für die Anordnung und Präsentation der möglichen
Exponate erarbeitet.
Im Kapitel „Museumspädagogik“ werden weiterführende Gedanken
zur Arbeit im Museum sowie Anregungen für Erwachsenen- und Kinderführungen
gegeben.
Abb. 5: Matrei am Brenner, Öllampe
Bestand: Universitätsbibliothek Innsbruck
Kontakt: Margarethe Greiner