Landwirtschaft als Thema in Lehre und Forschung

Der Landwirtschaft kommt eine Schlüsselstellung in der Entwicklung des alpinen Raumes zu. Aus diesem Grund erhob das 2002 gegründete "Zentrum für Berglandwirtschaft" der LFU Innsbruck in einer Umfrage, in welchen Bereichen unserer Alma Mater aktuell an landwirtschaftlichen Themen in Forschung und Lehre gearbeitet wird.
Gruenland
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Da der Landwirtschaft eine Schlüsselstellung in der Entwicklung des alpinen Raumes zukommt, ist es unerlässlich, dass sich zumindest eine universitäre Einrichtung diesem Thema widmet um so auch bei anderen Projekten als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Das Zentrum für Berglandwirtschaft sieht sich als Vernetzungsstelle für landwirtschaftliche Forschung an der LFU und führte deshalb eine Umfrage durch, die zeigte, dass landwirtschaftliche Themen hier in vielen Bereichen angesprochen werden. Von ökologischen Themen über pharmazeutische und medizinische bis hin zu soziologisch-historischen Aspekten der Landwirtschaft findet sich hier ein breites Spektrum. Rein landwirtschaftlich ausgerichtete Projekte sind jedoch eher selten.

Bei der Umfrage stellte sich heraus, dass an insgesamt zehn Institutionen der Naturwissenschaftlichen Fakultät aber auch in den Bereichen der Sozial- und Geisteswissenschaften, der Technischen und der Juridischen Fakultät Forschung und Lehre, die in Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Themen stehen, betrieben wird. An den Instituten für Botanik, Pharmazie, Mikrobiologie, Geographie, aber auch Chemie und Informatik der Naturwissenschaftlichen Fakultät - sowie an der Medizinischen Universität - reicht der Themenkreis von ökologischen Auswirkungen der Bewirtschaftung und Landnutzungsänderung, biologischen Pflanzenschutz, Pflanzeninhaltsstoffen, der molekulargenetischen Identifikation von Nutztierrassen bis hin zur EDV-unterstützten Obstverwertung. Zumeist werden diese Projekte über Mittel der EU und des FWF finanziert. Auch eine Reihe von Vorlesungen, Übungen und Exkursionen beschäftigt sich mit landwirtschaftlichen Themen; der Schwerpunkt liegt dabei auf den ökologischen Auswirkungen der Landwirtschaft.
An der Sozial- und Geisteswissenschaftlichen, der Technischen und Juridischen Fakultät werden Projekte mit landwirtschaftlichen Inhalten bzw. mit Berührungspunkten zur Landwirtschaft von insgesamt acht Instituten bearbeitet. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet die Untersuchung des landwirtschaftlichen Strukturwandels des damit zusammenhängenden sozialen Wandels und seiner Auswirkungen. Einige Institute bearbeiten landwirtschaftliche Inhalte in Zusammenhang mit breiter angelegten Projekten wie der alpinen Sicherheit (AlpS) oder dem Erhalt von Kulturdenkmälern im Rahmen der UNESCO. So heterogen wie die Projekte ist auch deren Finanzierungsstruktur. Sie reicht von Eigenfinanzierung der Institute über Beiträge des Landes und öffentlicher Institutionen bis zu internationalen Finanzierungen über die UNESCO. Auch in einer Reihe von Lehrveranstaltungen werden landwirtschaftliche Inhalte behandelt.

Viele der Befragten zeigten sich an einem weitergehenden Erfahrungsaustausch interessiert. Damit zeigt sich ein weiterer Bedarf an Vernetzung zu spezifischer landwirtschaftlichen Forschungsthemen. Das Zentrum für Berglandwirtschaft wird versuche, dazu auch in Zukunft einen Beitrag zu leisten. (bb)