Zentrum für Experimentelle Ökonomik

Vor knapp eineinhalb Jahren wurde das Zentrum für Experimentelle Ökonomik am Institut für Finanzwissenschaften eingerichtet. Gestern wurden die ersten Ergebnisse präsentiert und unter reger Beteiligung der Studierenden ein Life-Experiment veranstaltet.
Würfel
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Die experimentelle Wirtschaftsforschung hat in den letzten Jahren international einen enormen Aufschwung erlebt. Nicht zuletzt bestätigt die Nobelpreisvergabe 2002 an einen Pionier der experimentellen Ökonomie, Vernon Smith, diese Entwicklung. Zu den Fragestellungen der experimentellen Ökonomie zählen etwa die Bietstrategien bei der Versteigerung von Mobilfunklizenzen, das Entscheidungsverhalten von Anlegern auf Finanzmärkten, die optimale Ausgestaltung von Regeln und Institutionen oder die effiziente Bepreisung von natürlichen Ressourcen wie Wasser.
Die bisherigen Erkenntnisse der experimentellen Ökonomik haben wesentlich zum Verständnis menschlichen Handelns und zur Erweiterung des ökonomischen Verhaltensmodells beigetragen. Die Vorstellung des „Homo ökonomicus“ als rein rationales, monitär-gewinnorientiertes Wesen muss um andere Beweggründe für sein Handeln ergänzt werden, Fairness, Altruismus und Emotionen etwa wurden als wichtige Einflussfaktoren für die Entscheidungen identifiziert.

Das Zentrum für Experimentelle Ökonomik stellt die erste institutionelle, wissenschaftliche Einrichtung Österreichs dar, in der eine Gruppe von ForscherInnen mit experimentellen Methoden wirtschaftswissenschaftliche Fragen analysiert. Die Gesamtfinanzierung des Zentrums für den Zeitraum von 6 Jahren hat die Raiffeisen-Landesbank Tirol übernommen. Leiter des Zentrums ist Vizerektor Prof. Manfried Gantner, zum engen Mitarbeiterkreis zählen Dr. Martin Kocher, Mag. Sabine Strauß, Prof. Matthias Sutter und Mag. Verena Waldner. Darüber hinaus gibt es Kooperationen mit einer Reihe von Personen an mehreren Instituten der SoWi-Fakultät sowie mit Forscherinnen und Forschern an der Hebrew University in Jerusalem, dem Max-Planck-Institut in Jena und den Universitäten Amsterdam, Barcelona, Bonn und Adelaide.