Synergien zwischen Tirol, Südtirol und dem Trentino

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13.11.2012
Universitäten und Industrie aus Tirol, Südtirol und dem Trentino im Dialog: Über das Thema „Exzellente Forschung ohne Grenzen“ diskutierten am 9. November Vertreter der Universitäten und Industriellenverbände aus Tirol, Südtirol und dem Trentino an der Universität Innsbruck.
Foto: Die Präsidenten der Industriellenverbände der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, Reinhard Schretter (li.), Stefan Pan (re.) und Paolo Mazzalai (2. v. l.) informierten sich bei den Rektoren der drei Universitäten Innsbruck, Bozen und Trient, Tilmann Märk (M.), Walter Lorenz (2. v. r.) und Davide Bassi (3. v. r.) über Kooperationsmöglichkeiten

„Wir müssen Begeisterung schaffen, vor allem unter unseren Jugendlichen. Begeisterung für Europa, für die Wirtschaft und unsere Vorzeigeunternehmen, für Technik und Sprachkenntnisse“, war die klare Botschaft von Stefan Pan, Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol. Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmern und Universitäten auf Euregio-Ebene ist dabei von strategischer Bedeutung: „Wir bilden gemeinsam ein hervorragendes Team und wenn wir unsere Exzellenzen in einem Netzwerk verbinden, dann haben wir alle Voraussetzungen, um zu den Besten in Europa zu gehören“, ist Pan überzeugt.

Zusammenarbeit

Auch für Confindustria Trient ist die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Universität ein zentrales Anliegen. „Wenn diese Zusammenarbeit regionsübergreifend erfolgt, gewinnt sie noch mehr an Wert. Synergien zwischen den Regionen können auf verschiedensten Ebenen entstehen – in der universitären Ausbildung, der Innovation, der Wirtschaftspolitik oder bei der Projektfinanzierung für große Bauvorhaben, um nur einige Beispiele zu nennen. Unser Wunsch ist, dass mit der heutigen Veranstaltung die Grundsteine für eine langfristige Zusammenarbeit gelegt wurden. In einer kritischen Situation wie wir sie derzeit erleben, wäre dies eine ausgezeichnete Maßnahme, um der Krise entgegen zu wirken“, so Paolo Mazzalai, Präsident der Confindustria Trient.

Davide Bassi, Rektor der Universität Trient, erklärte, dass die Universitäten von Trient, Bozen und Innsbruck bereits seit geraumer Zeit intensiv zusammenarbeiten: „Immer mehr auch im Bereich der Forschung und höheren Bildung. Vor diesem Hintergrund ist der Austausch mit den Vertretern der Welt der Industrie ein weiterer Schritt in die – von allen gewünschten – Richtung, die vorhandenen Ressourcen noch rationaler und wirksamer einzusetzen. Wir hoffen, dass aus dem Austausch konkrete Vorschläge entstehen, um die schwere Wirtschaftskrise die unsere Regionen trifft, zu lindern und unserer Jugend echte Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.“

Universitäre Expertise

Wie Walter Lorenz, Rektor der Freien Universität Bozen, erklärte, möchte die Uni Bozen nicht nur einen wissenschaftlichen Beitrag leisten, sondern auch ihre Expertise im interkulturellen und interdisziplinären Dialog einbringen: „Die Universität Bozen kann das auf der Grundlage ihrer alltäglichen internen und externen Erfahrungen, bei denen es ständig um die Vermittlung zwischen Sprachwelten, Kulturen und Traditionen geht. Die Kategorien und die „Narrativen“, mit denen wir heutzutage akademisches Wissen einordnen und zu verstehen versuchen, benötigen der Überwindung alter Polaritäten.“

Die Bedeutung des Austausches und der Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinweg unterstrichen in ihren Beiträgen auch der Rektor der Universität Innsbruck, Tilmann Märk, sowie der Präsident der Industriellenvereinigung Tirol, Reinhard Schretter. Tilmann Märk betonte, dass die Universität Innsbruck keine Grenzen kenne und offen sei, für Kooperationen mit anderen Universitäten und insbesondere mit Unternehmen, um dazu beizutragen, den Wirtschafts- und Kulturraum der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino zu stärken. Reinhard Schretter hielt folgendes fest: „Wir dürfen nicht müde werden, die Rahmenbedingungen für die betriebliche F&E sowie Innovation laufend zu verbessern und zu erweitern. Die Einbeziehung der Universitäten und Interessenvertretungen benachbarter Regionen sowie von Forschungs- und Innovationseinrichtungen ist dabei von besonderer Bedeutung, um die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung grenzüberschreitend zu intensivieren. Forschung und Innovation sind für die industrielle Entwicklung essentiell. Uns geht es um strategische Themen der Forschungs- und Innovationspolitik genauso wie um konkrete Umsetzungsvorschläge.“

Gerhard Kratky, langjähriger Geschäftsführer des österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, sprach abschließend über Exzellenz und internationale Kooperation.

(sh)