Lernkompetenz im Blickpunkt

Die am Projekt beteiligten WissenschaftlerInnen gehen davon aus, dass Lernkompetenz e ...
11.08.2009
Im Projekt ‚Learning to Learn’ arbeitet ein Team von Erziehungswissenschaftlern um Prof. Lynne Chisholm gemeinsam mit 7 Partnereinrichtungen an der Entwicklung, Implementierung und Analyse von innovativen Zugängen zur Lernkompetenz im Bereich der Erwachsenenbildung. Kürzliche wurden bei einem Partnertreffen erste Ergebnisse präsentiert und die weiteren Schritte diskutiert.
Foto: Die am Projekt beteiligten WissenschaftlerInnen gehen davon aus, dass Lernkompetenz eine zentrale Schlüsselkompetenz für lebenslanges Lernen ist.

Lernkompetenz gewinnt in einer sich schnell verändernden Lebenswelt immer mehr an Bedeutung. Die Europäische Union hat deshalb ‚Learning to Learn’, bzw.  Lernkompetenz, als eine der acht Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen definiert, die europäische BürgerInnen für persönliche Erfüllung, soziale Teilhabe, Partizipation an einer aktiven Bürgergesellschaft und für Beschäftigungsfähigkeit in einer wissensbasierten Gesellschaft benötigen. „Lernkompetenz umfasst neben Wissen und Fertigkeiten auch Einstellungen, Werthaltungen und Überzeugungen, die es Menschen ermöglichen zu effektiven, flexiblen und selbstorganisierten Lernenden in unterschiedlichen Kontexten zu werden. Lernkompetenz kann als eine umfassende Metakompetenz verstanden werden, da sie Einfluss auf die Aneignung und Anwendung anderer Kompetenzen hat“, erklärt die Erziehungswissenschaftlerin Lynne Chisholm, die das Forschungsprojekt „Learning to Learn“ in Innsbruck leitet.

 

In diesem Projekt gehen die Partnereinrichtungen von der gemeinsamen Annahme aus, dass Lernkompetenz eine zentrale Schlüsselkompetenz für das lebenslange Lernen ist. Aufbauend auf dieser Prämisse unterstützen die Partnereinrichtungen TrainerInnen und Lehrende sowohl bei der Aneignung von Lernkompetenz, als auch in der Entwicklung und Umsetzung von Methoden und Kompetenzen in ihren jeweiligen Tätigkeitsfeldern. „Die Lernenden werden mit besonderer Berücksichtigung von selbstgesteuertem Lernen befähigt, den Lernprozess besser planen, organisieren, implementieren und bewerten zu können“, erklärt die Chisholm. Zur Untersuchung, welche pädagogischen Ansätze, Methodiken und Methoden zur Entwicklung von Lernkompetenz beitragen, werden in einer Praxisphase 27 Trainingskurse und Seminare in verschiedenen Teilen Europas mittels teilnehmender Beobachtung, Analyse von Reflexionstagebüchern und online Befragungen untersucht.

 

„Bei dem gerade zu Ende gegangenen Partnertreffen in Bonn haben wir eine Zwischenbilanz der Aktivitäten gezogen und eine Grundlagen für weitere Schritte im Projekt geschaffen. Ein Schwerpunkt der Diskussionen war dabei zwei Seminaren (eines in Litauen und eines in Slowenien) für TrainerInnen und Lehrenden gewidmet, bei denen diese hinsichtlich Lernkompetenz sensibilisiert und geschult wurden“, berichtet die Erziehungswissenschaftlerin.

 

Das Institut für Erziehungswissenschaften arbeitet im Projekt „Learning to Learn“  grundlegend an der theoretischen und empirischen Untersuchung von Lernkompetenz und deren Entwicklung, u.a. durch die Erarbeitung eines Berichts zum Stand der deutschsprachigen Forschung und der Synthese des Forschungsstands in den Partnerländern sowie im englischsprachigen Raum, sowie durch die empirischen Begleitforschung der Praxisprojekte. Um dies möglich zu machen hat das Team um Prof. Dr. Chisholm ein Forschungsdesign sowie die dazu notwendigen Instrumente entwickelt, die bei einer Forschungstagung vom Anfang April in Innsbruck vorgestellt wurden. Darüber hinaus betreut das Innsbrucker Team die technische Infrastruktur für eine in mehreren Sprachen durchgeführte online-Befragung und koordiniert die Forschungstätigkeiten in den beteiligten Projektländern. Alle gewonnen Ergebnisse werden bei einem Treffen der internationalen Forschungs- und Projektpartner im Frühjahr 2010 in Wien zusammengeführt, präsentiert und diskutiert.

(ip)

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