SASP-Erwin-Schrödinger-Medaille verliehen

Der international bekannte Physiko-Chemiker Prof. Stephen Price aus London erhielt vergangene Woche im Universitätszentrum Obergurgl in Tirol die SASP-Erwin-Schrödinger-Medaille. Diese Auszeichnung für hervorragende Forschungstätigkeiten wurde im Rahmen des „XIXth Symposium on Atomic, Cluster and Surface Physics (SASP)“ von Prof. Roland Wester übergeben.
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Prof. Roland Wester übergibt die Auszeichnung an Prof. Stephen Price.

Roland Wester würdigte den Preisträger in seiner Laudatio als „Pionier auf dem Gebiet der Ionenchemie und Labor-Astrophysik. Er leistete in den vergangenen Jahren mit seinen Grundlagenforschungen zu Ionen-Molekül-Reaktionen als auch mit seinen astrochemischen Labor-Experimenten herausragende Beiträge“. Prof. Price (48) ist seit rund 20 Jahren am Department of Chemistry am renommierten University College in London tätig. Er simuliert unter anderem interstellare Prozesse im Labor und erforscht Reaktionen auf Staubteilchen. Diese Vorgänge spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des interstellaren Mediums und sind letztlich für die Entwicklung von Sternen essenziell. Die nach dem österreichischen Physiker Erwin Schrödinger (1887-1961) benannte Medaille wird traditionell bei der alle zwei Jahre stattfindenden Konferenz an international führende Forscher vergeben.

Ein weiteres Highlight der diesjährigen Tagung war eine Festsitzung zu Ehren von Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c.mult. Tilmann D. Märk, Rektor der Innsbrucker Alma mater und langjähriger Vorstand des Institutes für Ionenphysik, zu dessen bevorstehendem 70. Geburtstag. Rektor Märk hat die SASP-Konferenz als eine der ersten, europäischen Tagungen ihrer Art 1978 mitbegründet Neben beeindruckenden Vorträgen durch Weggefährten Märks aus dem In- und Ausland wurde in der Festsitzung auch das Erscheinen eines Sonderbandes zu seinen Ehren mit 55 neuen Originalpublikationen, herausgegeben von Univ.-Prof. Dr. Paul Scheier, angekündigt.

Im Grenzgebiet von Chemie und Physik

Beim „XIXth Symposium on Atomic, Cluster and Surface Physics (SASP) in Obergurgl mit 115 Teilnehmern aus Europa, den USA und Südamerika standen unter anderem neueste Erkenntnisse bei der Erforschung von Ionen-Molekül-Reaktionen im Zentrum. In diesem interdisziplinären Forschungsfeld sorgte das Innsbrucker Institut in jüngster Zeit mehrfach mit Erkenntnissen für Aufsehen, dass alltägliche Prozesse der organischen Chemie vielschichtiger ablaufen als gedacht. Auch mit der Entstehung komplexer-organischer Substanzen unter weltraumähnlichen Bedingungen sind diese Forschungen im Grenzgebiet von Chemie und Physik eng verknüpft.

(Gabriele Rampl)

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