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Allgemeine (Aus)bildungsleitideen

Allgemeine Leitideen der (Aus)bildung im Bereich Personal und Arbeit
Verhältnis "Praxis" und "Theorie"
Verhältnis Lehrende und Lernende
Kurzbeschreibung der Kurse
Studienempfehlungen


Allgemeine Leitideen der (Aus)bildung im Bereich Personal und Arbeit

Die allgemeine Leitidee im Kurs Personal und Arbeit lässt sich mit kritischer Berufsfähigkeit umschreiben. Sie soll die Grundlage dafür bilden, im engeren und weiteren Handlungsfeld der Personalarbeit eine Handlungs- und Reflexionskompetenz zu entwickeln, die es ermöglicht, mit vorgefundenen Strukturen und Praktiken in sozial verantwortlicher Art umzugehen, diese kritisch zu analysieren und zu verändern.
Universitäre (Aus)Bildung im Bereich Personal und Arbeit dient also nicht der Herstellung von Berufsfertigkeit. Diese kann nur im praktischen Handlungsfeld bzw. in entsprechenden berufsbildenden Einrichtungen vermittelt werden.

Kritische Berufsfähigkeit umfasst drei Bereiche

(a) Fachwissen im engeren Sinne:
Zum Fachwissen gehören die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Personalarbeit/-politik, Wissen über die Funktions- und Wirkungsweisen von personalwirtschaftlichen Praktiken, sowie die Kenntnis der im personalwirtschaftlichen Diskurs erzeugten Bilder und Vorstellungen von Personalarbeit.

(b) Soziale Kompetenz:
Personalpolitisches Handeln steht in einem spannungs- und konfliktgeladenen Zusammenhang. Soziale Kompetenz bedeutet nicht nur die Fähigkeit, in diesem Handlungsfeld in sozial verantwortlicher Weise zu handeln, sondern auch Effekte und Wirkungen personalpolitischen Handelns auf unterschiedliche MitarbeiterInnengruppen einerseits, sowie auf Möglichkeiten individueller Entfaltung andererseits, einschätzen und beurteilen zu können.

(c) Kreative Kompetenz/Imaginative Fähigkeiten
Personalpolitisches Handel steht in einem historisch-gesellschaftlichen Kontext. Die in der personalpolitischen Praxis und Theorie entwickelten Konzepte, Verfahren und Techniken sind daher nicht einfach als Gegebenheiten hinzunehmen, sondern als Lösungen zu verstehen, die ihre eigene Entstehungsgeschichte beinhalten und aus bestimmten historischen Bedingungen und Kräfteverhältnissen heraus verstehbar sind. Kreative/imaginative Kompetenz bedeutet die Fähigkeit, solche Gegebenheiten zu hinterfragen, zu transformieren und kreativ weiterzuentwickeln.

Diese allgemeinen Leitideen im Bereich der Ausbildung im Feld Personalpolitik werden sowohl in der Gestaltung der Lehrinhalte wie auch in der Form der angebotenen Lehrveranstaltungen berücksichtigt.

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Verhältnis "Praxis" und "Theorie"

Im Kurs Personal und Arbeit wird versucht, eine Dichotomie von "Theorie" und "Praxis" zu vermeiden. Theoretische Reflexion und Fragen personalpolitischer Praxis sollen aufeinander bezogen werden.
Wie bereits die Bezeichnung "kritische Berufsfähigkeit" zum Ausdruck bringt, geht es uns nicht darum, Rezepte für erfolgreiches Handeln zu vermitteln, sondern darum, Denkzeuge, Konzepte, etc. zur Verfügung zu stellen bzw. zu erarbeiten, die die Entwicklung "reflektierter Praxis" bzw. reflektierter PraktikerInnen ermöglichen sollen.
"Personalpolitik" ist der Gegenstand wissenschaftlicher Analyse und Reflexion. Handeln in personalpolitischen Zusammenhängen wird über die konkrete Erfahrung in diesen Zusammenhängen gelernt. Die universitäre (Aus)bildung in diesem Bereich soll dazu befähigen, in diesem Bereich sozial verantwortlich zu handeln.
Wir privilegieren keine spezifische ideologische Position. Weder findet eine a-priori Identifizierung mit (abstrakten) Interessenpositionen von ArbeitgeberInnen statt, noch eine solche mit (abstrakten) Interessenpositionen von ArbeitnehmerInnen. Solche Identifizierung könnten nur allgemeine ideologische Bekenntnisse sein. Der personalwissenschaftliche Blick soll nach unserem Verständnis die Aufmerksamkeit schärfen für den Umstand, dass jede personalpolitische Entscheidung in dem Sinne "politisch" ist, als die Bevorzugung einer Perspektive notwendigerweise die Exklusion bzw. Benachteiligung einer alternativen Position mit sich bringt.
Die personalwissenschaftliche Analyse und Reflexion ist auch "politisch" in dem Sinne, dass sie die Ambivalenz personalpolitischen Handelns verdeutlicht und auf privilegierende/diskriminierende Effekte von personalpolitischen Praktiken aufmerksam macht. Die (Aus)Bildung soll es ermöglichen, ideologischen Positionen jeglicher Art skeptisch gegenüber zu stehen und auf diese Art und Weise zu einer begründeten Einschätzung von Situationen zu gelangen und zur produktiven Entwicklung von Arbeitszusammenhängen - also arbeits- und personalpolitischer Praxis - beizutragen.

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Verhältnis Lehrende und Lernende

Das Verhältnis von Lehrenden und Lernenden ist durch institutionelle Rahmenbedingungen, in die die universitäre Ausbildung eingebunden ist, teilweise definiert.
Wir sind der Meinung, dass die universitäre (Aus)Bildung in besonderem Maße auf eine erwachsenengerechte Gestaltung der Lernumgebung wert legen muss. Daraus folgt, dass Lernende nicht als Konsumenten gesehen werden und dass Wissen auch nicht in Form von fertigen Produkten zur Verfügung steht.
Vielmehr tragen Lehrende und Lernende in unterschiedlichen Funktionen zur Herstellung einer produktiven Lernerfahrung bei. Das setzt auf Seiten der Lehrenden voraus, Erfahrungsmöglichkeiten zu schaffen, auf Seiten der Lernenden setzt es die Bereitschaft voraus, sich auf Möglichkeiten aktiv einzulassen.

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Kurzbeschreibung der drei angebotenen Kurse

Grundlagenkurs: Personalpolitik und Führung

Der Grundkurs richtet sich an Studierende aus allen Bereichen der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Studienrichtungen. Er richtet sich speziell an Studierende, die in ihrer späteren beruflichen Praxis sowohl als Untergebene als auch als Vorgesetzte, Kollegen, ... mit Personalführung befasst sein werden. Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt daher in der Führungsproblematik in Organisationen. Dem sozialwissenschaftlichen Grundverständnis entsprechend wird Führung als sozialer Prozess verstanden und unter der Doppelperspektive von Führen und Geführtwerden thematisiert. Daneben wird im Grundkurs ein allgemeiner Rahmen zum Verständnis personalpolitischer Problemstellungen entwickelt. In diesem Rahmen werden unterschiedliche Handlungsfelder aufgezeigt und in ihrem organisationalen und gesellschaftlichen Zusammenhang diskutiert. Der Kurs stellt die Basis für eine weitere Spezialisierung in Form des Vertiefungsfaches "Theorien und Praktiken der Personalpolitik" dar.

Vertiefungskurs: Theorien, Konzepte und Praktiken der Personalpolitik

Der Vertiefungskurs richtet sich speziell an Studierende, die eine spätere berufliche Praxis im Bereich des Personalwesens anstreben. Es werden unterschiedliche personalpolitische/-wissenschaftliche Konzepte und Theorien erarbeitet sowie konkrete Praktiken und Organisationsformen der Personalpolitik und -arbeit vertiefend behandelt. In den interaktiven Lehrveranstaltungen dieses Kurses steht die Analyse und Reflexion von personalpolitischen Praktiken, Techniken und Verfahren, deren Anwendungsformen und Wirkungen im Mittelpunkt. Es soll die Fähigkeit zu einer differenzierten und differenzierenden Einschätzung und Beurteilung dieser Verfahren in Hinblick auf ökonomische Wirksamkeit, die sozialen und politisch-ethischen Implikationen sowie die Auswirkungen auf individuelle/subjektive Entfaltungsmöglichkeiten entwickelt werden. Die Vorlesung gibt einen Überblick über den personalwissenschaftlichen Diskurs, also über Theorien und Konzepte durch die das personalpolitische Handeln in spezifischer Weise konstruiert wird.

Spezialisierungkurs: Personalforschung

Das Spezialisierungskurs bietet die Möglichkeit einer vertiefenden Auseinandersetzung mit einem speziellen, aktuellen personalwissenschaftlich relevanten Themenbereich oder Problemfeld. Besonderes Augenmerk wird hier auf die Entwicklung forschungsmethodischer Kompetenz gelegt. Nach dem Prinzip des forschenden Lernens wird dabei ein vom Institut definiertes Forschungsprojekt bearbeitet. Dieses kann einen eher beratungsorientierten oder einen eher analytischen Charakter annehmen.

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Studienempfehlungen

Für alle Studierenden, die in der Abteilung Personal und Arbeit eine Diplomarbeit schreiben (wollen) wird der Besuch der Diplomanden-AG am IOL bzw. in unserer Abteilung empfohlen. Im Rahmen des neuen Studienplans ist der Besuch einer Diplomanden-AG verpflichtend.

Studierende, die in der Abteilung Personal und Arbeit eine Diplomarbeit schreiben wollen, müssen zuvor mindestens entweder ein mit "gut" beurteiltes (Pro-)Seminar (alter Studienplan) oder einen Kurs am IOL (2. Abschnitt) absolviert haben.

Als freie Wahlkurse empfehlen wir den Besuch von Lehrveranstaltungen aus den Gebieten:
Arbeits- und Sozialrecht
Arbeits-/Organisationspsychologie
Veranstaltungen zum Thema "Organisation" bzw. zu "Controlling"
Veranstaltungen zu "empirische Sozialforschung"

Empfohlen wird weiterhin der Besuch der von der Abteilung gesondert angebotenen Arbeitsgemeinschaften von PraktikerInnen - sie bilden eine wichtige inhaltliche Ergänzung (meist aus einer Praxisperspektive), geben darüber hinaus die Chance für den Aufbau von Kontakten zur Erstellung praxisbezogener Diplomarbeiten, für Projekte oder für Jobsuche. Scheine werden in diesen Veranstaltungen nicht vergeben (wohl aber Teilnahmebestätigungen), eine Anrechnung auf freie Wahlfächer ist nicht möglich

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