Charlotte Teuber


Am 16. Februar 1998 starb Charlotte Teuber. Die gebürtige Wienerin stand im 75. Lebensjahr

Aus einer katholisch-konservativen und gleichzeitig entschieden antinazistischen Familie stammend, erlebte sie 1938 am Beispiel von Angehörigen ihrer Familie, was politische Unterdrückung konkret bedeutet. Im Zweiten Weltkrieg als Schwester des Roten Kreuzes tätig, legte sie nach 1945 die Berufsreifeprüfung für politisch Verfolgte ab. Nach einem Studium der Archäologie und der Kunstgeschichte promovierte sie 1956 an der Universität Innsbruck. Es folgten Studien der Politikwissenschaft in den USA, an der Harvard University. 1960 erwarb sie einen Master-Degree, 1973 - als sie schon längere Zeit am College Politikwissenschaft unterrichtete - ein PhD. Von 1982 bis 1992 war sie Gastprofessorin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, und auch noch danach lehrte sie und betreute Æihre" Studentinnen und Studenten.
Charlotte Teuber verband Merkmale ihrer katholisch-konservativen, österreichischen Herkunft mit einer überaus engagierten internationalen Einstellung, die dem des US-amerikanischen (Links-)Liberalismus entsprach. Ihr Einsatz als Universitätslehrerin vor allem für Studierende der ÆDritten Welt" und ihre immer auch persönlich geprägten Lehrveranstaltungen zu Problemen der Internationalen Politik und des Vergleiches politischer Systeme - mit Schwerpunkten vor allem zum Nahen Osten und zu Afrika - waren ebenso auffallend wie ihr Zorn angesichts des Rechtsextremismus in Österreich. So wird sie uns in Erinnerung bleiben: als eine immer bewegte und bewegende Persönlichkeit.

Anton Pelinka