Institutsgeschichte: Germanistik in Innsbruck
Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Daten zur Geschichte unseres Instituts. Im Rahmen eines Projektseminars haben Studierende diese Informationen zusammengetragen und aufbereitet. In die Chronologie eingebunden sind PDF-Versionen der Ausstellungsplakate (Layout: Julia Zangerl), die anlässlich der 150-Jahr-Feier 2009 in Innsbruck und Bozen gezeigt wurden. Die Plakate enthalten weitere Abbildungen und vertiefende Informationen. Wir bedanken uns bei allen beteiligten Studierenden für ihr Engagement! Mehr über das Jubiläumsjahr
Die Institutsgeschichte wurde in einer eigenen Publikation zur 150-Jahr-Feier 2009 ausführlich und reich illustriert dargestellt. ISBN: 978-3-902719-04-1 Mehr dazu
Schnellzugriff
- Die Anfänge der Germanistik in Innsbruck
- Von der Gründung des Seminars bis zur Berufung von Joseph Eduard Wackernell
- Berufungen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs
- Schrittweise Erweiterung des Instituts
- Umwälzungen und Umstrukturierungen in den 1960er und 1970er Jahren
- Personelle, infrastrukturelle und politische Veränderungen bis zur Jahrtausendwende
- Geschichte des Brenner-Archivs
- Das Innsbrucker Zeitungsarchiv (IZA)
- Berufungen der jüngeren Vergangenheit und Neuausrichtung des Instituts
- Das Institut heute
Die Anfänge der Germanistik in Innsbruck
Ignaz Vinzenz Zingerle
18.4.1859: Berufung Ignaz Vinenz Zingerles als ordentlicher Professor der deutschen Sprache und Literatur an der philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck. Mehr dazu
Ausstellungsplakat: "Die Anfänge der Germanistik in Innsbruck"
1859 beginnt somit die offizielle Geschichte der Germanistik in Innsbruck. Das Institut hat im Laufe seiner Geschichte eine Reihe bekannter Absolventen hervorgebracht: unter anderem SchriftstellerInnen (z.B. Franz Kranewitter), JournalistInnen, WissenschaftlerInnen. Nur einige werden auf dem folgenden Plakat porträtiert.
Ausstellungsplakat: Bekannte Absolventen
Anmerkung: Zum Vergrößern bitte auf die Fotos klicken!
Von der Gründung des Seminars bis zur Berufung von Joseph Eduard Wackernell
1873: Einführung einer neuen Rigorosenordnung, die nach deutschem Muster den Abschluss des Studiums durch eine Dissertation vorsieht
1875: Gründung des "Seminars für Germanistik" (nach mehreren Namensänderungen heute: "Institut für Germanistik"). Der Sitz des Seminars war bis zum Bezug des Hauptgebäudes der Neuen Universität in der Museum-Straße 16/II. Seit der Gründung des Seminars gibt es eine regelmäßige Dotation zum Ankauf von Fachliteratur.
Joseph Eduard Wackernell
1877: Erste Promotion aufgrund einer Dissertation: Joseph Eduard Wackernell: Walther von der Vogelweide in Österreich, 1877 gedruckt
1882: Erste Habilitation: Joseph Eduard Wackernell
Ausstellungsplakat: Joseph Wackernell und Moriz Enzinger
1888: Berufung Wackernells auf eine zweite Lehrkanzel, damit Trennung der Lehre in "Ältere deutsche Sprache und Literatur" und "Neuere deutsche Sprache und Literatur"
1890: Emeritierung Zingerles
Berufungen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs
Konrad Zwierzina
1895: Die Dissertation von Josef Schatz (bei Seemüller) ist die erste mundartkundliche Dissertation am damaligen Germanistischen Seminar. Mehr dazu
1897: Zweite Habilitation: Josef Schatz (bei
Seemüller); Schatz wird 1905 an die polnischsprachige Universität
Lemberg im Kronland Galizien (heute Lviv, Ukraine) berufen.
1906: Berufung von Konrad Zwierzina aus Fribourg als Nachfolger des nach Wien berufenen Seemüller auf die Lehrkanzel für (ältere) Deutsche Sprache und Literatur
Ausstellungsplakat: Joseph Seemüller und Konrad Zwierzina
1915: Erste Promotion einer Frau: Elisabeth Schallgruber
Namenkundliche Notizen von Kurt Finsterwalder
1924: Übersiedlung des Instituts in das neue Hauptgebäude am Innrain
1926: Habilitation des später nach Graz berufenen Universitätsbibliothekars Leo Jutz (bei Schatz) für das 'ältere Fach'
1930: Promotion von Karl Finsterwalder, der von 1942 bis 1973 Lehrbeauftragter für Deutsche Namenkunde ist. Mehr dazu
Ausstellungsplakat: Karl Finsterwalder
1938: Das Institut erhält zum ersten Mal eine Assistentenstelle; die (in den 20er und 30er Jahren extrem niedrige) Bücherdotation wird nennenswert erhöht.
1939: Schatz wird aus Altersgründen entpflichtet; aus politischen Gründen wird als sein Nachfolger Kurt Herbert Halbach aus dem 'Altreich' (aus Tübingen) berufen, der als Literaturwissenschaftler fachlich ganz anders orientiert ist als der über diese Berufung enttäuschte Sprachhistoriker und Mundartforscher Schatz. Aufgrund der Gesetzeslage verliert Halbach 1945 seine Professur, die er wegen seines Militärdienstes kaum ausgeübt hat.
Ausstellungsplakat: Josef Schatz und Kurt Herbert Halbach
1944: Habilitation des Gymnasiallehrers Herbert Seidler (bei Enzinger), die 1945 annuliert wird. Seidler hält seinen Habilitationsvortrag zur (damals genehmen) Gegenwartsliteratur: "Die deutsche Gegenwartsdichtung als Forschungsgegenstand der Literaturwissenschaft" und eine Vorlesung "Deutsche Literatur der Gegenwart".
Schrittweise Erweiterung des Instituts
Eugen Thurnher
Ausstellungsplakat: Eugen Thurnher
1946: Habilitation Eugen Thurnhers
1952: Karl Kurt Klein, der seit 1946 die Professur für Ältere deutsche Sprache und Literatur vertreten hatte, wird auf die lang vakante Lehrkanzel berufen. Mehr dazu
Ausstellungsplakat: Karl Kurt Klein
1954: Enzinger wird nach Wien berufen, Eugen Thurnher wird sein Nachfolger.
1958: Habilitation Ingo Reiffensteins (später in Salzburg) für Ältere deutsche Sprache und Literatur (bei Klein). Schaffung einer zweiten Assistentenstelle. (Die nun zahlreicher werdenden Neuschaffungen von Stellen und die weiteren Habilitationen werden im Folgenden nicht mehr ausdrücklich genannt.) Seit Mitte der 50er Jahre wird auch die Bibliothek wieder finanziell zureichend ausgestattet.
Ausstellungsplakat: An andere Universitäten berufene Dozenten (bis 1965)
Umwälzungen und Umstrukturierungen in den 1960er und 1970er Jahren
Johannes Erben
Ausstellungsplakat: Johannes Erben
1969: Auf Drängen der Studierenden und gegen professoralen Widerstand eine erste (von Walter Methlagl und Gerald Stieg unbezahlt gehaltene) Lehrveranstaltung zur Gegenwartsliteratur
1970: Achim Masser aus Köln wird auf die neu geschaffene Professur für Ältere deutsche Sprache und Literatur (mit Schwerpunkt Literatur) berufen.
1971: Berufung von Zoran Konstantinovic aus Belgrad auf die neu geschaffene Professur für Vergleichende Sprachwissenschaft
Ausstellungsplakat: Zoran Konstantinovic
1971: Berufung von Alfred Doppler aus Graz auf die neu geschaffene Professur für Österreichische Literaturgeschichte und Allgemeine Literaturwissenschaft
Zoran Konstantinovic und Alfred Doppler
1974: Die Vergleichende Literaturwissenschaft wird ein eigenes Institut.
1975: In Folge des Universitätsorganisationsgesetzes (UOG) 1975 wird die Philosophische Fakultät geteilt; das Institut für Germanistik gehört jetzt zur Geisteswissenschaftlichen Fakultät.
Ab 1975: Umstrukturierung des Instituts im Sinne einer stärkeren Mitbestimmung von 'Mittelbau' und Studierenden aufgrund des UOG 1975
1979: Berufung von Johannes Erben nach Bonn
Personelle, infrastrukturelle, politische Veränderungen bis zur Jahrtausendwende
Poetik-Vorlesungen: Publikation von Renate Welsh
1982: Übersiedlung des Instituts in den neu errichteten Geisteswissenschaftlerturm am Innrain
1984: Inkrafttreten der neuen Studienpläne, die die uralte Rigorosenordnung und die ebenfalls überholte Lehramtsordnung ersetzen
1984: Die Innsbrucker Poetik-Vorlesungen werden von Alfred Doppler ins Leben gerufen. Erster Gast ist Ernst Schöwiese. Mehr dazu
Ausstellungsplakat: Innsbrucker Poetik-Vorlesungen
1991: Berufung des in Innsbruck habilitierten Sigurd Paul Scheichl als Nachfolger Alfred Dopplers
1992: Berufung von Klaus Müller-Salget aus Bonn als Nachfolger Eugen Thurnhers
1993: Erste Habilitation einer Frau am Institut für Germanistik: Lorelies Ortner für Germanistische Sprachwissenschaft
Notburga Wolf
2002: Das Universitätsgesetz 2002 (UG 2002) führt zur Rücknahme vieler demokratischer Elemente der Universitätsverfassung; das Institut für Germanistik gehört jetzt zur neu gebildeten Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät. Das Institut beteiligt sich an Forschungsschwerpunkten der neuen Fakultät (Literaturvermittlung in den Medien, Kulturen in Kontakt).
Geschichte des Brenner-Archivs
Walter Methlagl mit Studierenden
1964: Ankauf des Nachlasses von Ludwig v. Ficker für die Universität Innsbruck, Gründung des Brenner-Archivs, das unter der Verantwortung Eugen Thurnhers von Walter Methlagl aufgebaut und verwaltet wird
1979: Das Brenner-Archiv wird zu einem von der Universität und zum Teil vom Land Tirol getragenen eigenen Forschungsinstitut unter der Leitung von Walter Methlagl.
Johann Holzner
Ausstellungsplakat: Das Brenner-Archiv
Das Innsbrucker Zeitungsarchiv (IZA)
Ein Teil des IZA
1966: Ein erster Teil der Zeitungsausschnittssammlung von Michael Klein kommt nach Innsbruck.
1973: Anstellung von Michael Klein als Vertragsassistent, damit Einbindung seiner Zeitungsausschnittsammlung in Lehre und Forschung des Instituts
Raoul Schrott und Michael Klein
Ab 2000: Die Artikel werden digitalisiert.
2004: Stefan Neuhaus übernimmt die Leitung des IZA von Michael Klein.
Berufungen der jüngeren Vergangenheit und Neuausrichtung des Instituts
Waltraud Fritsch-Rößler
2004: Stefan Neuhaus aus Bamberg bzw. Oldenburg wird auf die neu geschaffene Professur für Literaturkritik und Angewandte Literaturwissenschaft berufen.
2007: Thomas Schröder aus Tübingen wird auf die neu geschaffene Professur für Linguistische Medien- und Kommunikationswissenschaft berufen.
v.r.n.l: Stefan Neuhaus, Uwe Timm, Martin Hielscher
Das Institut heute
Sigurd Paul Scheichl
Ausstellungsplakat: Das Institut heute
2009: Das Institut feiert das Jubiläum "150 Jahre Germanistik in Innsbruck". Mehr dazu
Die Lehre in der Gegenwart: Das Angebot in der Lehre ist im Laufe der letzten 150 Jahre nicht nur quantitativ kontinuierlich angewachsen, sondern auch inhaltlich vielseitiger geworden. Exkursionen, praxisorientierte Lehrveranstaltungen, Ringvorlesungen und das Engagement der Lehrpersonen werden von den Studierenden gut angenommen.
Ausstellungsplakat: Derzeitige Lehre
Ein Vergleich alter und neuer Vorlesungsverzeichnisse verdeutlicht den inhaltlichen und äußerlichen Wandel.
Ausstellungsplakat: Die Vorlesungsverzeichnisse
Germanistik und Öffentlichkeit: Der Geiwi-Turm ist
kein Elfenbeinturm. Von Anfang an bemühten sich Innsbrucker
Germanistinnen und Germanisten um Sichtbarkeit und
Exkursion nach Rauris
Ausstellungsplakat: Germanistik und Öffentlichkeit
