Poetik-Vorlesungen
Die Poetik-Vorlesungen sind seit Jahrzehnten eine Institution an der Universität Innsbruck. Sie werden vom Institut für Germanistik und vom Forschungsinstitut Brenner-Archiv organisiert und finden gegenwärtig im Literaturhaus am Inn statt. Angesehene Autorinnen und Autoren geben den Studierenden Einblicke in das zeitgenössische literarische Leben und in kulturelle Manifestationen der Literatur.
SoSe 2011 Alois Hotschnig: Poetikvorlesung
Alois Hotschnig lebt als freier Schriftsteller in Innsbruck. Er erhielt
zahlreiche Auszeichnungen und Preise, zuletzt den Erich-Fried-Preis
(2008), den Anton-Wildgans-Preis (2009), den Gert-Jonke-Preis (2011).
Unter dem Titel „Das Spiegelbild im aufrechten Gang“ soll es in Gesprächsform um Fragen des Erzählens gehen, um Erzählhaltungen, Erzählperspektiven, darum, wer aus einem Text heraus spricht und zu wem, über die Interaktion zwischen Text und Leser, um Fragen der Autorenschaft, darüber, wem eine zu beschreibende oder beschriebene „Wirklichkeit“ denn „gehören“ kann und wem der Text.
Über das Schreiben „über die Bande“ soll gesprochen werden und über das Schreiben „aus dem Zentrum eines Geschehens heraus“, über Erwartungen des Lesers, der Leserin an Literatur und über die Erwartung eines Textes an seine Leser.
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SoSe 2010 Sepp Mall: Poetikvorlesung
Die Poetikvorlesung sollte authentische Einblicke in das literarische
Schreiben vermitteln. Die wesentlichen Inhalte: Lyrik und andere
Grenzüberschreitungen; Spiegelungen, Versteckspiele und blinde Hunde:
Das lyrische und das biographische Ich; Schreiben lernen – von
Einflüssen, falschen Vorbildern und Weggenossen; Schönheit ist
unerlässlich – Wortkollisionen, Durchschüsse, Virgeln; Engagierte Lyrik -
das verbotene Politische, das verschämt Poetische. Mit Textbeispielen
von Erich Fried, Bert Brecht, Klaus Menapace, N.C. Kaser, Martina Hefter
und anderen.
Biographie und Werke von Sepp Mall (Haymon Verlag)
SoSe 2008 Kathrin Röggla: Von Körperfressern und anderen Mitarbeitern
An den Beispielen von "wir schlafen nicht" (2004, Roman), "junk
space" (2004, Drama) und "draußen tobt die dunkelziffer" (2005, Drama)
soll die Frage gestellt werden, was es bedeutet, dokumentarische Mittel
in der ästhetischen Arbeit anzuwenden. Wie sieht so ein Rechercheprozess
aus, was hat er mit dem Sprechen, verschiedenen Gesprächsformen und
Aufnahmeverfahren zu tun und wie könnte dabei der Transmissionsriemen
zwischen Politik und Ästhetik in Schwung geraten. Können
Zwischenpositionen zwischen den Medien und Genres dabei möglicherweise
helfen? Warum sind Figuren der Diskrepanz und Ambivalenz notwendige
Vehikel einer Wirklichkeitserzählung? Ein Ausblick auf das Roman- und
Theaterprojekt "die ansprechbaren", das sich mit dem Katastrophischen
und der Krisenintervention bzw. der Arbeit an Krisen beschäftigt, wird
versuchen, mögliche literarische Antworten auf virale Medienerzählungen,
Genreterror und politische Rhetoriken zu skizzieren.
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SoSe 2006 Raoul Schrott, Franz Josef Czernin: Wider-Streit.
Eine Kontroverse über grundlegende poetologische Begriffe und Vorstellungen
Raoul Schrott und Michael Klein
Schrott und Czernin interessieren sich für dieselben Fragen: für das Verhältnis von Welt und Literatur, für die Beschreibbarkeit, für die Ursprünge von Dichtung, für ihren Symbolgehalt. Doch ihre Versuche, eine Antwort zu finden, unterscheiden sich grundlegend voneinander. Die Poetik-Vorlesung findet deshalb als Dialog und als Streitgespräch statt, in dem auch die Hörerinnen und Hörer das Sagen haben werden.
Biographie und Werke von Raoul Schrott (Hanser Verlag)
Biographie und Werke von Franz Josef Czernin (Literaturverlag Droschl)
SoSe 2005 Gert Jonke
Gert Jonke (1946-2009) bleibt auch nach seinem Tod einer der bedeutendsten Autoren der österreichischen Gegenwartsliteratur. Er wurde unter anderem mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis (1977), dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur (1987), dem Erich-Fried-Preis (1997) und dem Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet.
Biographie und Werke von Gert Jonke (Literaturverlag Droschl)
SoSe 2002 Martin Pichler
Martin Pichler schreibt auf seiner Homepage über die Poetik-Vorlesung in Innsbruck: "Entgegen der Ankündigung in dem Vorlesungsverzeichnis erhält das Werkstattgespräch eine völlig andere thematische Ausrichtung. Zu Ostern stirbt meine Mutter. Die erste Motivation, die stärkste Inspiration und der schwierigste Stoff des Schreibens: Der Tod hält das Monopol. Wie schreiben in Zeiten des persönlichen Schmerzes? Aus den Antwortversuchen entsteht das Buch Nachtreise." (http://www.martinpichler.com/ueber_mich/index.htm, zuletzt besucht am 22.01.2009)
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SoSe 2000 Tuvia Rübner
Die Poetik-Vorlesung bietet Vorträge und Gespräche zur Literaturtheorie ("Sagt Dichtung doe Wahrheit?"), über Samuel Josef Agnon und Franz Kafka sowie eigene Gedichte von Tuvia Rübner. Tuvia Rübner, geb. 1924 in Bratislava, musste 1941 aus der Tschechoslowakei nach Palästina flüchten und lebt heute in Israel. Seine Muttersprache ist Deutsch, seit 1950 verfasst er seine Werke in hebräischer Sprache.
Biographie und Werke von Tuvia Rübner (Rimbaud Verlag)
WS 1998/99 Tomasevic Bosko
Bosko Tomasevic, geb. 1947 in der Vojvodina, ist Literaturwissenschaftler und Schriftsteller. Im Jahr 2006 erschien sein Gedichtband "Gesänge an Innsbruck" (Berenkamp Verlag).
Biographie und Werke von Tomasevic Bosko (Österreichische Gesellschaft für Literatur)
SoSe 1998 Christoph W. Aigner
Christoph Wilhelm Aigner, geb. 1954 in Wels, ist ein international
renommierter Lyriker und literarischer Übersetzer. Er wurde unter
anderem mit dem Anton-Wildgans-Preis (2003) und dem Österreichischen
Würdigungspreis für Literatur (2006) ausgezeichnet.
Christoph W.
Aigner publizierte eine Poetologie, in der auch die Inhalte dieser
Poetik-Vorlesung verarbeitet sind (Christoph W. Aigner: Engel der
Dichtung. Eine Lesereise. Stuttgart [u.a.]: Dt. Verlags-Anstalt. Mehr dazu (Buchinfo bei Random House)
Biographie und Werke von Christoph W. Aigner (Bertelsmann/Random House)
SoSe 1997 Waltraud Anna Mitgutsch
Waltraud Anna Mitgutsch wurde 1948 in Linz geboren. Ihr Roman "Die Züchtigung" (1985) gilt als moderner Klassiker der österreichischen Gegenwartsliteratur. Sie wurde unter anderem mit dem Anton-Wildgans-Preis (1992) und dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur (2001) ausgezeichnet.
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WS 1996/97 Friederike Mayröcker
Geb. 1924 in Wien, ist Friederike Mayröcker seit 70 Jahren literarisch tätig (Lyrik, Prosa, Hörspiele, Kinderbücher, Bühnentexte). Zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich (1987), der Friedrich-Hölderlin-Preis (1993) und der Georg-Büchner-Preis (2001). Sie ist eine der international bedeutendsten Lyrikerinnen der Gegenwart.
Biographie und Werke von Friederike Mayröcker (Suhrkamp Verlag)
SoSe 1995 Robert Schindel
Robert Schindel wurde 1944 in Bad Hall bei Linz geboren. Er lebt als freier Schriftsteller (Lyrik, Essays und Prosa), Drehbuchautor und Filmregisseur in Wien. Er ist unter anderem Träger des Erich-Fried-Preises und des Literaturpreises der Stadt Wien.
Zur persönlichen Homepage von Robert Schindel
SoSe 1994 Renate Welsh
Eine Poetik-Vorlesung, die sich vor allem der "Kinder- und
Jugendliteratur" widmet; ein großangelegtes Plädoyer für eine Kinder-
und Jugendliteratur, die getragen wird von der Hoffnung, die reale Welt
mit- oder sogar umgestalten zu können. Die Autorin berichtet dabei über
Anstöße und Anlässe zum Schreiben, über reale Geschichten und ihre
Umsetzung in fiktionale Geschichten, über deren Baupläne und deren
Eigenleben, immer wieder aber auch über das Zusammenspiel zwischen dem
Akt des Schreibens und dem Akt des Lesens, über Begegnungen mit
Leserinnen und Lesern.
Renate Welsh, geb. 1937 in Wien, ist eine
anerkannte Kinder- und Jugendbuchautorin (u.a. Deutscher
Jugendliteraturpreis, Österreichischer Würdigungspreis für Kinder- und
Jugendliteratur).
Zu dieser Poetik-Vorlesung ist ein Sonderband in der Germanistischen Reihe erschienen. Mehr dazu
Biographie und Werke von Renate Welsh (IG Autorinnen und Autoren)
SoSe 1992 Egon A. Prantl
Egon Andreas Prantl wurde 1947 in Innsbruck geboren, wo er nach längeren Auslandsaufenthalten wieder lebt. Er verfasst Erzählungen, Kurzgeschichten, Romane, Lyrik, Hörspiele und Theaterstücke.
Biographie und Werke von Egon A. Prantl (Skarabaeus Verlag)
SoSe 1991 Ingrid Puganigg
Ingrid Puganigg, geb. 1947 in Kärnten, lebt als freie Schriftstellerin in München. 1986 gewann sie den Preis des Landes Kärntens beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb (Tage der Österreichischen Literatur). Ihre bekanntesten Werke sind "Es ist die Brombeerzeit die dunkle. Gedichte" (Grassl, 1978), "Fasnacht. Roman" (List, 1981, verfilmt unter dem Titel "Martha Dubronski", R: Beat Kuert), "La Habanera. Kriminalroman" (Medusa, 1984), "Laila. eine Zwiesprache" (Suhrkamp, 1988), "Hochzeit. ein Fall" (Suhrkamp, 1992).
Biographie und Werke von Ingrid Puganigg (Vorarlberger Landesbibliothek)
SoSe 1990 Gerhard Jaschke: von der täglichen umdichtung des lebens alleingelassener singvögle in geschlossenen literaturapotheken am offfenen mehr
Gerhard Jaschkes Poetik-Vorlesung ist selbst ein poetisches Buch. Der
Autor spricht weniger von eigenen Arbeiten, viel mehr von anderen - von
Nebel und Hausmann, von Rühm und Wiener, von Heißenbüttel und
Prießnitz, von Schürrer und Nitsch -, und spricht dabei doch von sich
selbst, von seiner Begeisterung für das sprachliche Experiment, von
seiner Freude an Literatur. Er informiert zugleich über wichtige
Avantgarde-Traditionen wie Expressionismus, Dadaismus, Wiener Gruppe,
Wiener Aktionismus.
Gerhard Jaschke wurde 1949 in Wien geboren. Er
schreibt sprachexperimentelle Lyrik und Prosa und ist Herausgeber der
Zeitschrift "Freibord".
Zu dieser Poetik-Vorlesung ist ein Sonderband in der Germanistischen Reihe erschienen. Mehr dazu
Biographie und Werke von Gerhard Jaschke (Österreichische Gesellschaft für Literatur)
SoSe 1989 Michael Köhlmeier
Michael Köhlmeier, geb. 1949 in Hard (Vorarlberg), ist einer der
bekanntesten und kommerziell erfolgreichsten österreichischen
Schriftsteller der Gegenwart. Preise (Auswahl): Rauriser Literaturpreis
(1983), Manès-Sperber-Preis (1993), Anton-Wildgans-Preis (1996),
Würdigungspreis für Literatur des Bundeskanzleramts (2008). Besonders
großen Erfolg hatte er mit seinen Bearbeitungen antiker und biblischer
Geschichten ("Geschichten von der Bibel", 2000, "Das große Sagenbuch des
klassischen Altertums", 2002).
Biographie und Werke von Michael Köhlmeier (Literaturhaus Wien)
SoSe 1988 Marie-Thérèse Kerschbaumer
Marie-Thérèse Kerschbaumer wurde 1936 in Frankreich geboren. Ihr wohl bekanntestes Buch ist "Der weibliche Name des Widerstandes. 7 Berichte" (Walter 1980). Auch in anderen Werken (vorwiegend Romane und Hörspiele) zeigt sie sich politisch engagiert. 1986 erhielt sie den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur.
Artikel über Marie-Thérèse Kerschbaumer (Ö1)
SoSe 1987 Peter Rosei
Peter Rosei, geb. 1946 in Wien, ist mit dem Verfassen von Prosa, Gedichten, Theaterstücken und Hörspielen gleichermaßen erfolgreich. Er wurde unter anderem mit dem Franz-Kafka-Preis (1993), dem Großen Preis der Stadt Wien (1996) und dem Anton-Wildgans-Preis (2000) ausgezeichnet. Einige bekannte Werke: "Entwurf für eine Welt ohne Menschen" (Residenz, 1975), "Der Fluß der Gedanken durch den Kopf" (Residenz, 1976), "Rebus" (Klett-Cotta, 1990), "Liebe&Tod" (Deuticke, 2000).
Biographie und Werke von Peter Rosei (Wikipedia)
1986 Julian Schutting
Julian Schutting, geb. 1937 in Amstetten (Niederösterreich), lebt als freier Schriftsteller in Wien, er schreibt vor allem Lyrik und Prosa. Ihm wurden unter anderem der Anton-Wildgans-Preis (1984), der Georg-Trakl-Preis (1989) und das Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien (in Gold), (1997) verliehen.
Biographie und Werke von Julian Schutting (Podium)
SoSe 1985 Michael Scharang
Michael Scharang wurde 1941 in Kapfenberg (Steiermark) geboren. Er verfasst Prosa, Hörspiele und Drehbücher. 1996 erhielt er den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur.
Zur persönlichen Homepage von Michael Scharang
SoSe 1984 Ernst Schönwiese: Dichtung als Urwissen des Menschen
Ernst Schönwieses "vielfältige künstlerische Tätigkeit, seine
Bekanntschaft mit den großen Dichtern der österreichischen Moderne
(Musil, Broch, Canetti) und seine kulturpolitische Arbeit schufen die
Voraussetzung für eine Poetik-Vorlesung, in der persönliche Erfahrung,
umfangreiche Textkenntnis und historisches Detailwissen in ausgewogener
Weise zusammengewirkt haben" (Alfred Doppler).
Zu dieser Poetik-Vorlesung ist ein Sonderband in der Germanistischen Reihe erschienen. Mehr dazu
Ernst Schönwiese (1905-1991) war ein bedeutender österreichischer
Essayist und Lyriker. Er war überdies als Übersetzer und Herausgeber
(Literaturzeitschrift "das silberboot") tätig. Von 1954 bis 1971
fungierte er als Programmdirektor für Literatur, Hörspiel und
Wissenschaft beim ORF, von 1972 bis 1978 als Präsident des
Österreichischen P.E.N.-Clubs.
Werke (Auswahl): Ausfahrt und
Wiederkehr (1947), Antworten in der Vogelsprache (1987), Literatur in
Wien zwischen 1930 - 1980 (1980), Nacht und Verheissung (1950), Das
unverlorene Paradies. Dichtungen von Demut, Tod und Ewigkeit zu neun
Steinzeichnungen von Ernst Barlach (1951).
