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Veranstaltungskalender
Veranstaltungen · Universität Innsbruck · Medizinische Universität Innsbruck

Dienstag, 13.11.2012

Vortrag und Diskussion

Österreichs Schulen brauchen inklusive Schulentwicklung Bedingungen, Fortschritte und Barrieren einer Politik der Vielfalt

18:30 - 20:30 Uhr
Großer Saal im ÖGB-Haus, Südtiroler Platz 14-16, 6020 Innsbruck


Anmeldung ist nicht erforderlich

Eintritt / Kosten: Keine

Vortragende/r

Ewald Feyerer (Linz), Inci Dirim (Wien), Mikael Luciak (Wien)

Prof. Dr. Ewald Feyerer: Leiter des Institutes für Inklusive Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich, Leiter einer ExpertInnengruppe im Auftrag des bm:ukk zur Entwicklung der LehrerInnenbildung für Inklusive Pädagogik und "eine Schule für alle"

Prof. Mag. Dr. Inci Dirim: Professorin für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache am Institut für Germanistik, Universität Wien, beschäftigt sich mit Fragen der Diversität und Mehrsprachigkeit

Dr. Mikael Luciak: Wiss. Mitarbeiter ...

Weitere Informationen

Eine Politik und Kultur der Vielfalt an österreichischen Bildungseinrichtungen hat eine Schule für tatsächlich alle Kinder und Jugendlichen zur Voraussetzung, die über traditionelle Gesamtschulkonzepte hinaus alle Kinder mit Behinderungen und Kinder mit sog. Migrationshintergrund aufnimmt. Empirisch sind die Vorteile von Inklusion gegenüber Sonderbeschulung nachgewiesen. Das betrifft z.B. Bereiche schulischer Fortschritte, Sozialkontakte und Zukunftsorientierung, aber auch Gesundheit und langfristig berufliche Chancen. Die Realität dagegen ist: 50% der Kinder mit zugeschriebenem „Sonderpädagogischen Förderbedarf“, das sind Kinder mit Behinderungen und vielfach Kinder mit Migrationshintergrund, werden in Sonderschulen separiert. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die Sonderschulen besuchen, nimmt in Österreich kontinuierlich zu. Dabei werden Kinder mit Behinderungen und Kinder mit sog. Migrationshintergrund durch Diagnostizierung/Differenzierung, Prozesse des „Othering“ (eine wirkmächtige Produktion von „Fremdheit“ durch Diskurse, Interaktion und institutionelle Praktiken) und Reproduktionsmechanismen sozialer Ungleichheit systematisch benachteiligt.

Die aktuelle UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen erklärt Inklusion zu einem zentralen Prinzip. Die österreichische Bundesregierung hat mit dem im Sommer 2012 beschlossenen Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UNBehindertenrechtskonvention vorsichtig flächendeckende Inklusion in den Blick genommen:

„Entwicklung von Inklusiven Modellregionen. Erfahrungssammlung und darauf aufbauend Erstellung eines detaillierten Entwicklungskonzeptes sowie flächendeckender Ausbau der Inklusiven Regionen bis 2020“. Wir wollen in der Veranstaltung unter anderem der Frage nachgehen, inwieweit diese Formulierung eine bildungspolitische Wende symbolisiert oder ob damit nur ein weiteres Kapitel in der für Österreich typischen Selbstreproduktion und bildungspolitischen Blockade des Bildungssystems
aufgeschlagen wird? Wie ist in einem selektiven, mehrgliedrigen Schulsystem, das auf Differenzierung und Hierarchisierung angewiesen zu sein scheint, inklusive Schulentwicklung möglich? Welche Chancen, Barrieren und Perspektiven sind sichtbar? Wie und durch wen können bzw. sollen Reformen vorangebracht werden? Die drei ReferentInnen werden bei dieser Veranstaltung ihre wissenschaftliche Expertise zu Fragen der Bildungssituation von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen sowie von Kindern und Jugendlichen mit Migrationsgeschichte einbringen und mit dem Publikum diskutieren.

Veranstalter

Lehr- und Forschungsbereich Inklusive Pädagogik und Disability Studies, Lehr- und Forschungsbereich Migration und Bildung am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck, sowie die Onlinebibliothek bidok


Kerstin Hazibar
0043/(0)512/507-4038
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