Projekt  Nachlass  Biographisches  Bibliographie  Leseproben  Kontakt  Aktuelles 

 

 

Foto: Adolf Waschel, 1975 

Zum Projekt

Christine Busta ist eine der angesehensten Lyrikerinnen der österreichischen Literatur der Nachkriegszeit. In ihrer Lyrik verwendet sie vielfach christliche Motive, weshalb sie häufig als christliche Dichterin apostrophiert wurde. 

Die Erschließung ihres Nachlasses ermöglicht es, bisher unbekannte Aspekte ihres Werks und ihrer Biographie zu beleuchten. Es geht dabei nicht um Bewertungen, sondern darum, individual- und kulturgeschichtliche Prozesse in deren Zusammenhang auf der Basis von Quellen zu begreifen und in Wechselbeziehung zu Bustas literarischem Schaffen zu setzen. 


Christine Busta setzte sich in ihrem Werk und in ihren Briefen schon früh mit dem Thema „Schuld“ auseinander. Ihre Lyrik kann als Erinnerungs- und Bewältigungsarbeit vor allem in Bezug auf die Zeit des Nationalsozialismus begriffen werden. Es könnte aber auch sein, dass Busta, die nach 1945 in ihrem Werk vielfach christliche und religiöse Ausdrucksformen wählte, sich damit in einen Bild-Raum zurückzog, den sie als unpolitisch verstand, in dem sie mit den Menschen und auch mit der Natur eine gewissermaßen ahistorische Gemeinschaft bilden konnte. Auf diese Weise wäre es ihr möglich gewesen, sich mit dem Thema „Schuld“ auseinanderzusetzen, ohne ihr eigenes Tun einer wirklichen Reflexion und dem öffentlichen Diskurs auszusetzen.
Um Bustas Leben und Literatur besser verstehen zu können, ist eine Vielzahl von zeitgeschichtlichen, soziologischen und psychologischen Faktoren zu berücksichtigen. Bustas umfangreiche Korrespondenz, ihre Lebens- und Werkdokumente bilden eine Basis für die Neubewertung ihrer Biographie. Gleichzeitig geben die Briefe, Gedichte, Notate und Vorstufen Einsichten in Bustas Poetologie, Kreativität und Produktionsästhetik und machen ihre literarische Arbeitsweise darstellbar. 

 
Forschungsportal im Internet

Ziel ist eine Christine-Busta-Website, die Interessierten als Forschungsportal solides quellenbasiertes Material zur Dichterin und zur österreichischen Literatur- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts bieten wird.
Alle Gedichttitel und Incipits, die komplette Briefliste und Regesten werden abrufbar sein. Die Volltextsuche greift auf die gesamte Werk- und Brieftranskription zurück, die zwar nicht sichtbar ist (da die Werke urheber- bzw. verwertungsrechtlich geschützt sind), in die Suche aber einbezogen wird. Mit Hilfe der Wortsuche können Gedichte leicht gefunden werden und man kann sehen, wie häufig ein Wort vorkommt. Damit steht eine multifunktionale und effiziente Arbeitsplattform zur Verfügung.
 

  
Buchpublikationen: Briefe, Materialienband, Lyrik

Es sind drei Publikationen geplant, die im Otto Müller Verlag erscheinen sollen:
- Ein Band wird den Briefwechsel zwischen Christine Busta und Johannes Urzidil präsentieren. Er enthält auch zahlreiche Gedichte, die als Beilagen versendet wurden. Ein Kommentar wird den Kontakt im kulturhistorischen Kontext erläutern.
- Ein biographischer Band enthält Materialien zu markanten Lebensstationen Bustas, auch im Spannungsfeld zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung. Dokumente zur zeitgenössischen Literaturlandschaft werden den Blick über die Autorin hinaus lenken und Anmerkungen zur Literaturgeschichte Österreichs bieten.
- In einem Lyrik-Band sollen die mit dem Nachlass neu erschlossene Dialektlyrik Bustas und andere lyrische Formen, mit denen sie bisher nicht verbunden wird, präsentiert werden.

Ein erwogener Band mit bisher unveröffentlichter Kinderlyrik wurde im Verlauf des Forschungsjahres 2011 verworfen.

 
Finanzierung

Das Projekt wird vom FWF gefördert (Projektnummer: P20606)
Projektleitung: Dr. Annette Steinsiek M. A.
Mitverfasserin des Antrags: Mag. Dr. Ursula Schneider
Projektmitarbeiterin: Mag. Verena ZanklMMag. Christine Tavernier-Gutleben
(bis August 2009: Mag. Dr. Judith Bakacsy)
Beginn der Forschungsarbeiten: 1. 3. 2008
Voraussichtliches Ende: 29. 2. 2013

   

    

Ein Stipendium der LFU ermöglichte 2011 Vorarbeiten zum Materialienband.