Aktuelle Projekte

Publikationsvorhaben

Abgeschlossene Projekte

  

Ludwig von Ficker als Kulturvermittler
Ziel des Projekts ist eine kulturwissenschaftliche Darstellung der Person Ludwig v. Ficker (1880–1967) als Kulturvermittler. Ficker soll als ein Träger des kulturellen Erbes in Tirol und Österreich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begriffen, seine Rolle als Vermittler, Veranstalter, Förderer, Kritiker und Gönner kultureller bzw. literarischer Personen und Institutionen dargestellt und kritisch hinterfragt werden. Geplant sind eine Kommentierung von Texten und Briefen, eine Internet-Edition von Fickers Briefwechsel und eine Monografie.

Ludwig Ficker

Das Ernst von Glasersfeld-Archiv
Ernst von Glasersfeld (1917-2010), geboren in München als Sohn eines k. u. k. Diplomaten, wurde mit der gemeinsam mit Heinz von Foerster entwickelten erkenntnistheoretischen Position des Radikalen Konstruktivismus bekannt. Seit Mitte der 60er Jahre lag sein Lebensmittelpunkt in den Vereinigten Staaten, dort entwickelte er auch „Yerkish“, die erste Zeichensprache für Primaten. Sein Nachlass, das Ernst von Glasersfeld-Archiv ist seit 2011 Teil des Brenner-Archivs.

Ernst von Glasersfeld, 2008. Foto: Christian Wucherer

Sammlung Georg Paulmichl
Georg Paulmichl, Südtiroler Dichter und Maler, lebt in Prad im oberen Vinschgau und besucht die dortige Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Dort wurden seine vielfältigen literarischen und künstlerischen Fähigkeiten bereits früh entdeckt und gefördert. Die Ergebnisse dieser intensiven Arbeit – zahlreiche Gedichte, Texte und Bilder – wurden in mittlerweile sechs Büchern publiziert und so einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Das Brenner-Archiv hat es sich in Kooperation mit dem Südtiroler Künstlerbund und der Lebenshilfe Tirol zur Aufgabe gemacht, den Vorlass Georg Paulmichls auf der Grundlage interdisziplinärer Ansätze aus dem Bereich der Pädagogik, der Psychologie und der Sprachwissenschaften zu strukturieren, zu analysieren und so für weiterführende Forschungen nutzbar zu machen.

 Georg Paulmichl

Christine Busta (1915-1987)
Die Erschließung des Nachlasses einer der wichtigsten österreichischen Lyrikerinnen der Nachkriegszeit wird es möglich machen, ihren literarischen Weg anders zu begreifen und ein biographisches Porträt der Dichterin zu entwerfen, das unbekannte Facetten ihrer Persönlichkeit beleuchtet. Damit eröffnen sich neue Tiefendimensionen in ihrem Werk.
Bustas Lyrik kann als Erinnerungsarbeit verstanden werden, als Verarbeitung eines Schuldgefühls, das auf die Zeit des Nationalsozialismus zurückgeht, oder aber als Agieren in einem als unpolitisch aufgefassten (christlichen) Bild-Raum.

Foto: Adolf Waschel, 1975

Arbeitsstelle Christine Lavant
Die Arbeitsstelle  ist die institutionalisierte Fortsetzung der Lavant-Forschung am Brenner-Archiv, die bisher von Förderungen des FWF getragen wurde. Ihr Ziel ist der Abschluss der Biographie und die Koordination sowie der Abschluss der Kritischen Edition der Werke und Briefe. Diese ist als Hybrid-Edition angelegt und wird sowohl als Web-Edition als auch (um Details gekürzt) im Druck erscheinen (Otto Müller Verlag Salzburg). Erprobt wird die erste "Hybrid-Biographie", die ebenfalls in beiden Versionen veröffentlicht werden soll.

Chr. L., Salzburg 1964

Literatur-Land-Karte Tirol
Tirol ist aufgrund seiner geografischen Lage in der Mitte Europas ein Anziehungspunkt für viele Reisende. Auch Literaten verbrachten immer wieder Zeit in der Landeshauptstadt Tirols und nicht selten verarbeiteten sie ihre Eindrücke in ihren Werken. Das Projekt Literatur-Land-Karte Tirol beschäftigt sich mit Literatur zu Tirol und mit Autoren, die durch dieses Bundesland reisten bzw. hier verweilten. Mit Hilfe der Datenbank Dokumentation Literatur in Tirol und Südtirol sowie weiterer Recherchen entsteht eine Art „literarischer Tirol-Reiseführer“, dessen Inhalte seit Januar 2009 in Auszügen online zur Verfügung stehen.

eine literarische Reise durch Tirol

Literatur in der Psychiatrie
Die Bibliothek des Psychiatrischen Krankenhauses Hall i. Tirol: Quellenerschließung und literaturwissenschaftliche Analyse, oder: Wozu diente Literatur in der Psychiatrie?
Gegenstand des Forschungsinteresses ist die bisher unbekannte historische Bibliothek des PKH Hall. Sie enthält etwa 7.500 Bücher und Zeitschriften, jeweils zur Hälfte psychiatrische Fachliteratur und „schöngeistige Literatur“. Die elektronische Erfassung der Bücher ermöglicht erstmals inhaltliche Analysen. Das Hauptinteresse gilt dem literarischen Teilbestand. Leitfrage ist, in welchen Funktionen Literatur in einer Psychiatrie eingesetzt wurde.

Teilansicht (Jan. 2008) vor Beginn der Arbeiten ...

Theorien und Probleme regionaler
Literaturgeschichtsschreibung

Man sucht schlicht, zu verstehen, was vor sich geht, was mit den Regionen (dem Raum) passiert, sie unter veränderten Bedingungen neu zu deuten. Das betrifft nicht nur das Thema selbst, sondern auch die Art der Auseinandersetzung mit diesem. Wo alles gleitet und sich wandelt, akzentuiert auch die Theorie das Moment der Veränderung sowie die wechselseitige Relationalität von Raum und Gesellschaft.

Ausstellung im Felder Museum in Schoppernau. Foto: Robert Fessler, Lauterach. Architekt: www.hein-troy.at 

Georg Trakl
Die „Innsbrucker Ausgabe“ hat eine möglichst leichte Benützbarkeit und ein Verständnis von Trakls Texten als Prozeß zum Ziel und sucht der Arbeitsweise Trakls zu entsprechen. Ausgangspunkt bei der Darstellung der Genese sind das Faksimile der Handschrift und die diplomatische Umschrift. Die Texte werden in ihren verschiedenen Textstufen mit allen Änderungen jeweils geschlossen dargestellt – und nicht getrennt in einen Lesetext- und einen Apparatband.

Georg Trakl, 1914

Franz Tumler
Franz Tumler (1912-1998) ist ein Autor, der sich geographisch zwischen Südtirol, Oberösterreich und Berlin bewegt, künstlerisch aber eine Verortung zwischen Paul Alverdes und Bruno Brehm einerseits, Gottfried Benn und Jean Améry andererseits herausfordert. Ziel des FWF-Projektes ist es, zu Tumlers umfangreichem Werk neue Zugänge zu vermitteln.

Johann Holzner u. Barbara Hoiß (Hg.): Franz Tumler. Beobachter - Parteigänger – Erzähler. Innsbruck: Studienverlag 2010

Wittgensteins Vorlesungen zur Ästhetik im Kontext
Ziel des Projekts Vorlesungen zur Ästhetik im Kontext ist es, aus den beiden bereits bestehenden elektronischen Editionen Wittgensteins Nachlass (BEE) und Wittgensteins Briefwechsels (ICE) einen navigierbaren Textkorpus herzustellen, der all jener Passagen in Wittgensteins nachgelassenen Schriften und Briefen beinhalten, die Ästhetik, Psychoanalyse oder Religion zum Thema haben.

 

Zeitgenössische Lyrik in/aus Tirol. Formen, Themen, Fragen
Das Ziel des Projekts ist eine vergleichende Zusammenschau zeitgenössischer deutschsprachiger lyrischer Texte, die im Literaturraum Tirol entstanden sind: Die detaillierte literaturwissenschaftliche Analyse ausgewählter Texte soll der Anlass sein einerseits zu einer Reflexion der kulturellen Entwicklungen in allen drei Landesteilen, andererseits zu einer transgeographischen Ortung der Lyrik aus Tirol in aktuellen literarischen Strömungen.   

 Gerhard Kofler: Die Rückseite der Geographie

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